OPFA und der Solar Projection Screen
Ein OPFA-Okularprojektionsadapter ist seit Jahrzehnten das Standardzubehör, um mit klassischen digitalen Kameras Planeten zu fotografieren. Die bisherigen Anwendungsarten werden in der Produktbeschreibung weiter unten in allen Details beschrieben.
Allerdings kann man mit Hilfe des OPFA und einem Okular nicht nur Bilder auf einem Kamerasensor projizieren. Der OPFA-Okularprojektionsansatz kommt neuerdings auch in Kombination mit dem Baader Solar Projection Screen (BSPS) (#2420400 , € 39,- ) zum Einsatz. Die Kombination dieser Bauteile wird hinter jedem Linsenteleskop zu einem geschlossenen Sonnenprojektionssystem für die ungefährliche, visuelle Beobachtung der Sonne mit kleinen Gruppen. Mit einem zur Brennweite des Teleskops passenden und für die Sonnenprojektion geeigneten Okular wird die Sonne auf der dunklen Mattscheibe der Projektionsbox in der optimalen Größe abgebildet.
Für einen bequemen Blick auf den Projektionsschirm empfehlen wir das Teleskop stets mit einem Zenitprisma oder Zenitspiegel auszurüsten, um nicht geradsichtig hinter dem Teleskop knien zu müssen. Außerdem verkürzt sich bei geradsichtiger Verwendung der Fokussierweg, sodass sich das Sonnenbild eventuell nicht auf dem Projektionsschirm scharfstellen lässt. Zusammen mit einem Zenitspiegel lässt sich der korrekte Abstand jedoch in der Regel gut einstellen und ermöglicht mehreren Beobachtern gleichzeitig, in entspannter Körperhaltung die Sonne im Weißlicht mit allen sichtbaren Oberflächendetails zu sehen. Falls die Standard-Zenitspiegel oder Prismen zu lang sind sind, kann der OPFA sogar direkt über das T-2-Gewinde auch mit einem Baader T-2 Spiegel bzw. Prisma verschraubt werden, um leichter in den Fokus zu kommen.
Baader OPFA Okularhalter für die klassische Okularprojektion
mit SLR und DSLR Kameras
Die Okularprojektion ist seit je her eine günstige Methode, um hohe Vergrößerungen für die Fotografie von Mond und Planeten zu erzielen, ohne extra eine Barlow oder Telezentrik anzuschaffen. Insbesondere in Kombination mit Orthoskopischen Okularen, die dank der hohen Abbildungsschärfe auf der Achse ideale Planetenokulare sind, kann so die nötige Vergrößerung leicht erreicht werden.
Mit dem OPFA (Okularprojektions-Fokaladapter) können Sie auch solche Okulare für die Okularprojektion nutzen, die im Gegensatz z.B. zu den Hyperion- und Morpheus-Okularen kein kameraseitiges Anschlussgewinde haben. Das OPFA-System kann mit 1¼" Okularen bis maximal 38mm Außendurchmesser verwendet werden.
Das System besteht immer aus folgenden Kernkomponenten (OPFA-4):
- 2x T-2 Verlängerungshülse – 40 mm (#1508153 , € 27,- ) sowie
- 1x T-2 Schiebefokussierer für Okularprojektion (#2458010 , € 41,- ) mit Konterring, um ggf. die Kamera auszurichten.
Je nach Modell gehören auch verschiedene teleskopseitige Anschlüsse zum Lieferumfang, von gängigen Steckhülsen bis hin zu Gewinden für eine besonders feste und verwindungssichere Verschraubung. Sie benötigen noch ein passendes Okular sowie einen kameraspezifischen T-Ring für den Anschluss einer Spiegelreflex- oder Systemkamera. Astronomische Kameras mit T-2-Gewinde können direkt an den OPFA montiert werden; für Planetenkameras bieten wir eine Reihe von Okularklemmen mit T-2-Gewinde an.
Der Abstand und damit die Vergrößerung wird über T-2-Verlängerungshülsen eingestellt und kann über den kurzen, stabilen Schiebefokussierer mit Führungsschlitz feiner justiert werden. So besteht anders als bei vielen einfacheren variablen Okularprojektionsadaptern keine Gefahr von Verkippung, gleichzeitig bleibt das System flexibel. Durch den Einsatz zusätzlicher oder kürzerer T-2-Verlängerungshülsen lassen sich beliebige – auch extreme – Projektionsmaßstäbe erreichen!
Okularprojektion mit Kameras ohne Objektiv
Bei der klassischen Okularprojektion wird das Kameragehäuse ohne Objektiv hinter dem Okular montiert. Das Brennpunkt- oder Fokalbild des Teleskops wird über das Projektionsokular auf den Kamerasensor projiziert (ähnlich einem Diaprojektor, der das Dia vergrößert auf die Leinwand projiziert). Die daraus resultierende Brennweite nennt man Äquivalentbrennweite (f_Ä).
Für den Abbildungsmaßstab ist die Brennweite des Okulars (fOk) und der Projektionsabstand (a) maßgebend. Die Äquivalentbrennweite berechnet sich dabei wie folgt (je länger sie wird, desto größer wird das Abbild):
f_Ä = f_primär × ((a ÷ fOk) -1)
Aus der Formel ist leicht ersichtlich: verringert man die Okularbrennweite und/oder steigert den Abstand (a) (Okularbrennpunkt/Film) erhöht sich der Wert der Äquivalentbrennweite bzw. der Abbildungsmaßstab; das Bild wird größer.
Aufbau und Varianten der OPFA-Projektionsansätze
In der Basisversion (OPFA-4) besteht der OPFA aus den beiden T-2-Hülsen und dem Schiebefokussierer. Er hat dann kameraseitig ein T-2-Außen- und teleskopseitig ein T-2-Innengewinde.
In der Grafik ist der teleskopseitige Anschluss (also der Okularauszug) unten und die Kamera oben. Transparent abgebildet sind die Steckhülsen, die bei OPFA-1 (1,25") bzw. OPFA-2 (2") zusätzlich im Lieferumfang sind, sowie das Projektionsokular und der kameraspezifische T-Ring, die bei keinem OPFA zum Lieferumfang gehören.
- Jeder OPFA hat ein T-2 Innengewinde, an das Steckhülsen oder Gewindeadapter verkippungssicher geschraubt werden. Wenn Ihr Okularauszug ein Schraubgewinde hat, müssen Sie entsprechend wählen zwischen OPFA-3 bis OPFA-7 (z.B. OPFA-3 für Celestron- und Meade Schmidt-Cassegrain Teleskope).
- Es folgt eine Schiebefokussierung mit einem T2 Gewinde-Konterring. In diese Schiebefokussierung wird das separat erhältliche 1¼" Okular eingesteckt und festgeklemmt. Die Funktion des Konterringes und der Schiebefokussierung wird weiter unten beschrieben.
- Über das Okular (max. Aussendurchmesser von 38mm sind möglich) werden nun die beiden 40mm T-2-Verlängerungshülsen auf die Schiebefokussierung geschraubt. Sie haben die Funktion den nötigen Abstand (a) vom Okular zur Kamera (also den Projektionsabstand) herzustellen. Durch Hinzufügen weiterer T-2 Verlängerungshülsen kann (a) beliebig vergrößert werden.
- Die Verbindung des OPFA zu Ihrer Spiegelreflex-/Systemkamera übernimmt der kameraspezifische T-Ring (nicht zum Lieferumfang gehörig).
Die Funktion der Schiebefokussierung und des Konterringes
Die Schiebefokussierung gestattet ein Feineinstellen des Projektionsabstandes a durch leichtes vor- oder zurückschieben des Okulars in der Steckaufnahme. Das Gewinde der Klemmschraube in der inneren Hülse und die Führung in einem Schlitz der äußeren Hülse bieten zusätzliche Stabilität im Vergleich zu einfacheren Modellen.
Durch Lösen des Konterringes lässt sich der komplette Ansatz mit montierter Kamera stufenlos rotieren, um einen günstigen Bildausschnitt einzustellen. Bei den Modellen OPFA-1 und OPFA-2 kann die Kamera natürlich in den teleskopseitigen Hülsen rotiert werden.
Bei den Modellen OPFA-3 bis OPFA-7 bildet die Verbindung Okularauszug zum OPFA eine starre Verschraubung. Hier kann eine Kamerarotation nur über den Konterring der Schiebefokussierung erfolgen.

Die Bestandteile der Basisversion des OPFA-4 mit T-2-Anschluss. Nicht in der Basisversion enthaltene Teile sind ausgegraut. Steckhülsen oder weitere teleskopseitige Anschlussgewinde sind in den jeweiligen OPFA-Varianten (1-3, 5-7) enthalten, Projektionsokular und T-Ring für die Kamera sind in keinem Set enthalten
Afokale Fotografie – Systemkameras mit festem Objektiv
Kameras mit fest verbautem Objektiv können ebenfalls hinter dem Okular befestigt werden, sofern das Objektiv ein Filtergewinde hat und stabil genug ist, um das Gewicht der Kamera zu tragen. Dabei muss das Objektiv knapp hinter dem Okular befestigt werden (etwa im Augenabstand des Okulars), jedoch ohne es zu berühren. Dazu benötigen Sie kürzere T-2-Verlängerungshülsen. Wenn Sie vor allem afokale Fotografie betreiben wollen, greifen Sie besser zu dem ADPS - Afokales Digitales Projektionssystem ( I - VII ) (verschiedene Versionen erhältlich) anstelle des OPFA. Hier sind bereits kürzere Hülsen enthalten. Durch Tausch der T-2-Hülsen können Sie den OPFA jederzeit zum ADPS umbauen.
Für die Adaption vom T-2-Außengewinde auf das Filtergewinde der Kamera benötigen Sie den Adapter T-2i auf SP54a – Hyperion® DT-Ring (#2458040 , € 31,- ) und einen Hyperion DT-Ring, der das SP54-Systemgewinde in Ihr Filtergewinde umwandelt.
Unsere Broschüre Alles zur Digiskopie beschreibt die verschiedlichen Möglichkeiten ausführlich, mit denen Sie eine Kamera am Okular anschließen können
Der zukunftssichere Projektionsadapter
Die Okularprojektion ist eine günstige Möglichkeit, um in die Planetenfotografie einzusteigen. Mit steigenden Ansprüchen werden Sie wahrscheinlich irgendwann auf eine spezielle Planetenkamera und Barlowlinsen umsteigen.
Im Gegensatz zu "monolithischen" Adaptern anderer Hersteller ist der Baader OPFA dann keine Sackgasse: Für den Anschluss von Planetenkameras und Barlowlinsen oder für große Deep-Sky-Astrokameras werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit T-2-Verlängerungshülsen benötigen, um die Abstände einzustellen. Dann können Sie die 40mm-Hülsen einer neuen Verwendung zuführen, und die Okularklemme mit Schiebefokussierer eignet sich hervorragend, um den Abstand zwischen einer Planetenkamera und einer Barlowlinse auf den idealen Abstand und Vergrößerungsfaktor feinzutunen.
So können Sie die Teile des OPFA auch dann weiterverwenden, wenn Sie ihn eines Tages nicht mehr benötigen!
OPFA - Okular-Projektions Fokal Adapter (I - VII)
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