Ich hatte mir kürzlich das neue 3,5 nm Ha-Filter von Baader zusätzlich angeschafft. Aber nicht, weil ich mit dem "alten" nicht zufrieden war.:Das bisherige Ha-Filter ist ein 50mm Rundfilter, welches ich in einer Filterschublade verwende.
Ich hatte mir vor etlichen Jahren die Kamera FLI-PL 16803 mit dem großen Chip (36,5 x 36,5 mm) gekauft. Dafür brauchte ich natürlich auch passende große Filter (50 x 50 mm). Ich hatte mir deshalb dazu ein 7-fach FLI Filterrad für quadratische 50x50 mm Filter angeschafft. Da habe ich die LRGB-Filter von Baader drin, ein 5nm OIII- und ein 5 nm SII-Filter von Astrodon (damals gab es sonst nur deutlich breiterbandigere Filter), und dann noch ein 6nm Ha-Filter von Astronomik (zu dem bin ich gekommen wie die berühmte "Jungfrau zum Kind"). Dieses Filter ist ebenfalls weitgehend halofrei, es ist aber leider auch wesentlich dünner als die anderen Filter, sodass bei entsprechendem Filterwechsel immer eine deutliche Nachfokussierung erforderlich ist. Und dieses Filter habe ich jetzt durch das neue Ha-Filter von Baader ersetzt. Erstens weil ich ein deutlich schmäleres Filter haben wollte, und zweitens das Nachfokussieren auf ein Minimum beschränken wollte.
Nach meinen bisherigen Erfahrungen sind beide Filterversionen - also das "alte" und das neue 3,5 nm-Filter, praktisch reflexfrei und ohne Halos.
Bei dem jetzt festen Aufbau in der Sternwarte benutze am Newton gerne das Filterrad, einfach weil es bequemer ist. Bei mobilem Aufbau hat die Filterschublade Vorteile, weil alles einfacher ist.
Bei den Cirrus-Aufnahmen am 30.9.2021 hatte ich zuerst die ergänzenden Ha-Aufnahmen gemacht, anschließend OIII und zum Abschluss noch RGB-Aufnahmen. Ich habe mir angewöhnt, bei einem Filterwechsel sicherheitshalber den Fokus mittels Batinovmaske noch einmal zu kontrollieren. Für den Newton habe ich nur eine Batinovmaske, für die Apos nutze ich Cuzdi-Masken. Der ASA-Newton ist sehr fokusstabil, auch bei abfallender Nachttemperatur. Er besitzt eine motorische Fokussierung, und bei dem dazugehörigen Steuerprogramm kann ich die Fokusserposition exakt ablesen und sehr feinfühlig verstellen. Ich benutze meist 0,05 mm-Fokusschritte. Das reicht i.d.R., es geht aber ggf. noch erheblich feinfühliger.
Beim Wechsel auf das 5nm OIII-Filter von Astrodon habe ich festgestellt, dass der Fokus noch immer stimmt. Ich habe nicht nachfokussieren müssen!
Nach den 8 x 8 Min OIII-Belichtungen, also nach einer guten Stunde, habe ich dann auf Rot, anschließend auf Grün und dann auf Blau gewechselt. Mit dem Rotfilter habe ich den Fokus noch einmal kontrolliert - und nicht nachstellen müssen, was ich natürlich sehr positiv fand.
Bei dem lichtstarken Newton (F/3,6) würde auch eine geringe Fokusdifferenz sofort auffallen, weshalb ich entsprechend sorgfältig kontrolliert habe.
Ich habe eine unkalibrierte Ha-Einzeldatei hergenommen (so wie sie aus der Kamera kam, aufgenommen mit Maxim DL), in Fitswork autogestretcht und dann als TIF in 8 bit abgespeichert. Das Originalformat der Kamera habe ich bereits bei der Aufnahme auf 7000 x 5500 Pixel gecroppt.
Einige technische Daten:
1.Kamera: ASI 6200 MM Pro
2.Format: bereits bei der Aufnahme gecroppt auf 7000 x 5500 Px. (Originalformat: 9576 x 6388 Px)
3.Offset 30, Gain 100 (in Maxim DL ist das wegen des ASCOM-Treibers der maximal mögliche Gain), T = -10°C
4.Belichtung: 600 Sekunden
5.Teleskop: ASA8H + 0,95x ASA-Korrektor, F/3.6
Der helle Stern auf dem Bild ist 52 Cyg, mag 4,2. Wenn im Imagepfad irgendwo eine Neigung für Halos oder Reflexionen sein sollte, so müsste das m.E. an diesem hellen Stern sichtbar sein. Ich habe diesbezüglich nichts entdecken können, und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.