Privatperson

Die 10micron GM 2000 QCI Montierung

ein Kurzbericht von Helmut Heinicke

Die Montierung wird quasistationär auf einer feuerverzinkten Stahlsäule von Astro Optik Kohler / Schweiz, betrieben. Bei Nichtgebrauch wird Fernrohr und Steuerbox entfernt, Montierung und Säule mit einer Plane abgedeckt. Die GM2000 zeichnet sich durch hohe Tragfähigkeit, Steifigkeit und Laufgenauigkeit aus. Die Instrumentenlast beträgt laut Hersteller bis zu 50kg, abhängig von der Bauart des Teleskops. Den periodischen Fehler (ohne PEC) habe ich bei meinem Exemplar mit +/- 2″ ermittelt. Das Handbediengerät hat eine zweizeilige alphanumerische Anzeige, die sowohl bei Tageslicht, nachts, und selbst bei großer Kälte gut ablesbar ist. Eine umfangreiche Datenbank enthält Deepsky-Objekte, Planeten, Kometen, Asteroiden, usw. Die Montierung läuft sehr geräuscharm. Ich habe sie leiser empfunden als z.B. die AP 900 von Astro Physics. Steuersoftware und Datenbank können per Software-Update aktualisiert werden.

Erfahrungsbericht GM 2000 QCI
Das astronomische Interesse erwachte bei mir schon in der Jugend. Es sollte aber Jahrzehnte dauern, bis ich mich entschloß in dieses Hobby wirklich einzusteigen. Meine erste Ausrüstung war ein 5-Zoll-Refraktor und eine Astro Physics Montierung CNC400. Meine Beobachtungen machte ich überwiegend vom Garten aus, so wie heute auch noch. Bald kam die Astrofotografie dazu.

Nach einigen Jahren erwachte der Wunsch auf eine noch stabilere und tragfähigere Montierung, die auch Goto – Fähigkeit haben sollte, etwas, was meine bisherige Montierung nicht beherrschte. Bei einem Besuch im Jahre 2004 bei Baader Planetarium lernte ich die damals ganz neue Montierung GM2000 QCI des italienischen Herstellers 10Micron kennen. Von Anfang an hatte mir die mechanische Ausführung und Präzision gefallen, aber auch das Konzept der Steuerung mit ihren vielfältigen Möglichkeiten.

Im Ausstellungsraum standen auch Montierungen eines anderen namhaften Herstellers zum Vergleich bereit. Hierbei fiel mir u.a. die Laufruhe der GM2000 auf, auch bei hohen Slew-Geschwindigkeiten.

So entschloß ich mich für eine GM2000. Mir wurde allerdings mitgeteilt, daß die Firmware für die Steuerung und Bedienung noch im Erprobungsstadium sei. Ich hätte die Möglichkeit, mit Betatests und eigenen Vorschlägen an der weiteren Entwicklung der Montierung, bzw. der Steuerung, noch mit zu arbeiten. Ich wollte eigentlich eine “fertige” Montierung erwerben, mich reizte aber diese Art der Mitwirkung und Mitgestaltung eines Produktes, zumal mich das Grundkonzept überzeugte.

Die Mitwirkung sollte sich jedoch noch ausweiten, wie sich bald heraus stellte. So durchdacht ich die Montierung selbst empfand, die zur Verfügung gestellte Beschreibung war jedoch völlig unzureichend. Ich empfand sie sogar als Zumutung, was ich Baader Planetarium auch mitteilte. Die Reaktion war überraschend: Ja, ich hätte völlig recht. Sie bräuchten aber sowieso eine deutsche Beschreibung, und ob ich nicht eine solche erstellen könnte, eine Beschreibung, die dem Qualitätsstandard der GM2000 auch gerecht würde. So bin ich also dazu gekommen, eine deutsche Beschreibung für diese Montierung zu erstellen.

Bei der Erprobung und Einbringen von Verbesserungsvorschlägen zeigte der Hersteller ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft für fundierte Wünsche des Anwenders. Es war eine gute Zusammenarbeit.

Ich betreibe die GM2000 bei mir im Garten quasistationär. Die Montierung befindet sich auf einem Säulenstativ permanent draußen, abgedeckt und geschützt durch eine LKW-Plane. Das Teleskop wird erst bei Bedarf aufgesetzt, ebenso werden Steuerbox und Handbediengerät erst dann angeschlossen. Die Montierung bleibt dadurch immer optimal eingenordet, was die Rüstzeiten vor einer Beobachtung verkürzt.

Die Montierung hat sich als robust, zuverlässig und laufgenau erwiesen. Die Bedienung mit dem Handbediengerät empfinde ich als überaus praktisch und übersichtlich. Der Objektkatalog ist sehr umfangreich, und kann bezüglich Kometen und Asteroiden aus dem Internet aktualisiert werden, ein unschätzbarer Vorteil vor allem bei der Beobachtung von “neuen” Objekten.

Bei dem Firmware-Update auf die Version 2 durfte ich, zusammen mit einigen Kollegen, wieder als Betatester mitarbeiten. Auch hier war der Hersteller für Vorschläge und Verbesserungsideen offen, ein Verhalten gegenüber dem Anwender, welches meiner Erfahrung nach eher selten zu finden ist.

Ich sehe der Weiterentwicklung der Montierung mit Interesse entgegen. Ich denke dabei an die Version mit den integrierten hochauflösenden Encodern. Dies wird das Angebot im Marktsegment der High End – Montierungen erweitern und interessanter gestalten.

Helmut Heinicke, 27.11.2010

Ich möchte Ihnen eine etwas neuere Aufnahmen von Jupiter schicken, die, wie ich meine, vor allem bezüglich der Methan-Aufnahme relativ gut geworden ist, zumindest für einen 140 mm Refraktor. Die Farbaufnahmen sind aus R,G,B-Videos (keine Luminanz) zusammen gesetzt. Ich habe von jeweils 5000 frames 1000 verwendet.