SunDancer II: ein neuer H-alpha-Filter mit Blockfilter – ein Erfahrungsbericht

Update: Wir möchten Ihnen die neuesten Ergebnisse von Hr. Büchner mit dem Triband SCT 8" und dem Baader SunDancer II H-alpha Filter nicht vorenthalten. Wir sind begeistert.

Ich bin auch sehr vom 0,4Reducer angetan. Hier lässt sich sehr gut das Maxbright II Bino anschließen und der Anblick mit dem 24mm Panoptic ist ein Genuss.  Es ist etwa 40 % der Sonnenoberfläche sichtbar. Ich bin überrascht, wie gut der visuelle Anblick selbst bei schwierigen Seeingverhältnissen ist.

Michael Buechner, https://www.sternfreundefranken.de

 

AR2882 in Ha am 10.10.2021 (bei mässigem Seeing)

AR2882 in Ha am 10.10.2021 (bei mässigem Seeing)

AR 2882 in Halpha am 9.10.2021 (bei gutem Seeing - mein bestes Bild bisher)

AR 2882 in Halpha am 9.10.2021 (bei gutem Seeing - mein bestes Bild bisher)


AR 2880 am 2.10.2021

AR 2880 am 2.10.2021

Die große Protuberanz am 2.10.2021

Die große Protuberanz am 2.10.2021


Sonne Halpha AR 2871 24.9.2021

Sonne Halpha AR 2871 24.9.2021


Baader SunDancer II H-alpha Filter

Baader SunDancer II H-alpha Filter (#1363056 , € 3545)

In diesem Sommer haben wir Hr. Michael Büchner den neuen Baader SunDancer II H-alpha Filter (#1363056 , € 3545) für drei Wochen zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Wir freuen uns sehr über sein positives Fazit und seinen Erfahrungsbericht.

  1. Aufbau/Lieferumfang:

Das Besondere an dem System ist, dass es ein H-alpha-Sonnenfilter von einer Halbwertsbreite von 0,6±0,1Å, mit angeschraubter 3xTelezentrik und integriertem Blockfilter in einem ist.

Die Einheit ist 13 cm hoch, also sehr kompakt und erstaunlich leicht. Meine Küchenwaage zeigte nur 397 g an. Damit wiegt der Filter mit Telezentrik und Blockfilter deutlich weniger als die meisten meiner 2 Zoll Weitwinkelokulare. Durch das geringe Gewicht und die kompakte Bauweise des SunDancers II wird der Okularauszug wenig beansprucht.

Die 3xTelezentrik mit integrierten Blockfilist speziell für den SunDancer II entwickelt worden. Teleskopseitig verfügt der Sundancer über einen kombinierten 2 Zoll und 1 ¼ Zoll Steckanschluss und okularseitig über ein T2-Gewinde. Mitgeliefert wird noch die fokussierbare 11⁄4" Okularklemme. Die ganze Einheit ist in einem B+W Outdoor-Case verpackt.

Zu dem Lieferumfang gehört noch die Kontrollbox zur Temperatursteuerung, die etwas dicker als ein Handy ist, ein 220V-Netzteil und eine praktische Aufbewahrungstasche für die Kontrollbox. Die Tasche lässt sich über einen Klettverschluss direkt an der Montierung befestigen.

Sehr praktisch ist aus meiner Sicht auch, dass der Filter über einen 12V Lithium Akkupack betrieben werden kann. So kann der Filter mobil im Feld, im Urlaub oder bei Sonnenfinsternis-Expeditionen genutzt werden. Der kleine Koffer passt gut ins Handgepäck.

Was ich bei dem Filter im Test besonders geschätzt habe, sind die kurzen Rüstzeiten. Der Aufbau geht sehr schnell, weil Halpha-Filter, Telezentrik und Blockfilter eine Einheit sind. Diese wird in den Zenitspiegel gesteckt und nach etwa 3 Minuten aufheizen ist der Filter sofort einsatzbereit.

Laut Hersteller benötigt man bis 80mm Öffnung nicht einmal einen Energieschutzfilter.

Für den Test wurden folgende 2 Teleskope verwendet:

Skywatcher Evostar 120 ED mit 900mm Brennweite mit Baader SunDancer II

Aufbau Skywatcher Evostar 120 ED

Baader SunDancer II H-alpha Filter

Baader Triband mit SunDancer II H-alpha Filter

Aufbau 8 Zoll Triband SCT


Die Schmidtplatte des Triband ist speziell beschichtet, so dass ein zusätzlicher ERF-Energieschutzfilternicht erforderlich ist. Die Transmissionsbereiche der Schmidtplatte sind 380 bis 400 nm, 480 bis 515nm sowie 630 bis  680 nm.

Bei den Triband SCT wurde der SolarSpectrum Research Grade H-alpha 0.4x Telekompressor 2" (#2459260 , € 366) eingesetzt. Dieser wird okularseitig direkt auf den SunDancer II montiert und reduziert die zuvor vom telezentrischen System dreifach verlängerte Brennweite wieder annähernd auf den Faktor 0.

  1. Visuelle Beobachtung

Wenn der Filter seine Temperatur erreicht hat, zeigt er beeindruckende Einzeleinheiten sowohl bei den Flecken auf der Sonnenoberfläche als auch bei den Protuberanzen. Bei gutem Seeing sind auch Spikulen am Sonnenrand leicht erkennbar. Das Bild ist gleichförmig hell. Ein Einsatz eines leichten Neutraldichtefilter zur besseren Erkennung von Details ist aus meiner Sicht nicht erforderlich.

Der Hersteller empfiehlt für den Filter ein Teleskop-Öffnungsverhältnis von f/10 bis f/8, einsetzbar wäre er auch bis f=6,5. Der 120 ED hat f/7,5. Ich konnte beim Abblenden auf f/10 visuell keine Kontrast-Unterschiede feststellen.

Über die Mikrometerschraube am Etalon lässt sich der Filter um 3° aus der optischen Achse kippen und so die zentrale Wellenlänge in Richtung des blauen Flügels der Halpha-Linie verschieben. Dies funktioniert in der Praxis sehr gut. Auch durch eine Erhöhung der Zieltemperatur an der Kontrollbox lässt sich die zentrale Wellenlänge des Filters verschieben. Eine Änderung um 10,0 Grad ergibt eine Änderung um etwa 1 Angström.

Der 0.4x Telekompressor beim Triband SCT zeigt ein sehr gutes Bild. Wenn das Seeing es zulässt, sieht man gerade auf der Sonnenoberfläche feinste Details wie z.B. eine Superpenumbra, aktive Surge, Filamente, Flares.

Besonders viel Freude macht es mit einem Binokularansatz an dem Filter auf der Sonnenoberfläche spazieren zu sehen. Die Details auf der Sonnenoberfläche und in den Protuberanzen treten dann plastisch hervor.


  1. Fotografische Beobachtung

Der fotografische Arbeitsabstand vom Filter beträgt nach Anleitung 65mm. Die fokussierbare Okularklemme hat eine Baulänge von 29 - 35,5 mm. Es wird also noch eine T2-Verlängerung benötigt, um in den gewünschten Arbeitsabstand zu kommen.

Die folgenden Aufnahmen habe ich mit einer ZWO ASI 174MM gemacht. Die Aufnahmedauer betrugt immer 20sec. Die Videos wurden mit Autostakkert 3 gestackt. Die Verwendungsrate lag bei 450 von 5000 Bildern. Die Summenbilder wurden mit der Wavelet-Funktion aus RegiStax 6 geschärft.

14.8.2021 11:15 UT  120 ED Refraktor f=900mm

14.8.2021 11:15 UT 120 ED Refraktor f=900mm

 14.8.2021 11:28 UT 120 ED Refraktor f=900mm

14.8.2021 11:28 UT 120 ED Refraktor f=900mm


3.9.2021 11:58 UT 120 ED Refraktor f=900 mm

3.9.2021 11:58 UT 120 ED Refraktor f=900 mm

3.9.2021 12:01 UT 120 ED Refraktor f=900mm

3.9.2021 12:01 UT 120 ED Refraktor f=900mm


8.9.2021 13.27 UT 8 Zoll Triband SCT

8.9.2021 13.27 UT 8 Zoll Triband SCT

8.9.2021 13.27 UT 8 Zoll Triband SCT

8.9.2021 13.27 UT 8 Zoll Triband SCT

Mein persönliches Fazit:

Die Handlung und Qualität des SunDancer II H-alpha-Filter mit Blockfilter haben mich im Test echt überzeugt. Der Filter ist schön kompakt, leicht, sehr schnell einsetzbar und eignet sich hervorragend für den mobilen Einsatz mit Refraktoren bis zu f/8 und mit dem Triband SCT. Gerade in Kombination mit dem Triband SCT kann man bei gutem Seeing feinste Details beobachten.

Michael Buechner, https://www.sternfreundefranken.de


SunDancher II FAQ

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  • Welche Vorteile hat der SunDancer II gegenüber deutlich günstigeren Systemen?

    Es gibt einige H-alpha-Systeme, die zu einem deutlich günstigeren Preis ebenfalls beeindruckende Ergebnisse liefern. Um das zu ermöglichen, sind jedoch Kompromisse in Sachen Bildausschnitt, Auflösung (Höchstvergrößerung) oder Haltbarkeit nötig, die wir beim SunDancer nicht eingehen wollten. Bekanntlich erfordern die letzten 10% Qualität den höchsten Aufwand… Wir wollen mit dem SunDancer den selben Qualitätstandard halten, für den auch die SolarSpectrum-Filter bekannt sind, damit unseren Kunden und Händler alternde („rostende“) Filter oder Umtauschorgien erspart bleiben.

    Gerne erläutern wir die Vorteile des SunDancer gegenüber konkurrierenden Modellen.

    1. Der Sundancer verfügt über eine neuartige, harte, nicht alternde Beschichtung. Das Quark-H-alpha-Filter z.B. verwendet als H-alpha Blocker einen Eingangsfilter mit nur 8.5 mm freier Öffnung. Soweit uns bekannt, besteht er aus sog. "weichen Schichten" – so ein weiches Filter kann schon nach wenigen Jahren so stark altern, dass das System ein neues Blockfilter braucht. Auch für einige andere Filter finden sich in den einschlägigen Foren – teils abhängig vom Produktionsjahr – Berichte über alternde oder "rostende" Filter.
      Das im SunDancer II verbaute Eingangs-Blockfilter (und Hitzeschutzfilter) hat gegenüber dem im Quark verbauten Blockfilter 12 mm freie Öffnung (40 % mehr Eingangsöffnung) und hat 5x so hohe Produktionskosten – vor allem aber ist es hartvergütet und kann an Teleskopen mit bis zu 80mm auch ohne D-ERF die Hitze an dieser Stelle im Strahlengang aushalten, ohne dadurch zu altern bzw auszubleichen. Auch wenn der SunDancer selbst ein neues Produkt ist, flossen hier unsere langjährigen Erfahrungen mit den (deutlich teureren) Filtern von SolarSpectrum ein.Die Langlebigkeit von H-alpha-Systemen ist immer wieder ein Thema in den einschlägigen Foren, Diskussionen finden Sie zum Beispiel hier:

    2. Das 3x telezentrische System hat größere Linsendurchmesser und eine optisch aufwendigere Konstruktion. Es kann bei Bedarf vom eigentlichen Etalon abgeschraubt werden und durch ein 4-fach telezentrisches System ersetzt werden. (Stand 2022 ist diese TZ-4 noch in Vorbereitung, der in die 3x Telezentrik eingebaute Blockfilter muss dabei in die 4x-Telezentrik umgebaut werden.) Durch die größere Telezentrik und den größeren Blockfilter kann man (natürlich nur mit zusätzlichem mit D-ERF) mit größeren Teleskopöffnungen arbeiten und viel höhere Auflösung erreichen. Wenn das telezentrische System dagegen fest mit dem Etalon verbunden ist, ist das H-alpha-Filter bei weitem nicht so flexibel einsetzbar.
    3. Die meisten H-alpha-Filter sind nur für Teleskopöffnungen bis 90 mm konstruiert und erreichen daher bestenfalls zwei Bogensekunden an Auflösung. Der SunDancer kann an einem 200 mm Triband-Teleskop 0.7 Bogensekunden Auflösung liefern - mit einer zukünftigen TZ-4 noch mehr. Siehe die Kundenurteile bei den Triband-Optiken
    4. Das Etalon selbst ist ebenfalls höherwertig verarbeitet, liefert mehr Kontrast und ist durch die zusätzliche Kippvorrichtung feiner und schneller justierbar – man kann das Durchlassfenster etwas verschieben (für die Beobachtung blauverschobener Strukturen, die sich auf uns zubewegen), ohne jeweils warten zu müssen bis sich die jeweils neu einzustellende Temperatur angeglichen hat.

    Bitte beachten Sie, dass es sich letztlich um Naturprodukte handelt, da jedes Etalon aus einem gewachsenen Kristall besteht. Wir testen alle Filter, um sicherzustellen, dass alle Filter in dem angegebenen Bereich von 0,6 +/-0,1Å. liegen; für beste Ergebnisse sollten Sie ggf. die Betriebstemperatur anpassen (mehr dazu in der Anleitung), damit der Filter auf Ihr jeweiliges System optimal angepasst ist.

  • Ich habe mein großes Teleskop auf f/10 (oder 80 mm) abgeblendet, erkenne aber kaum Details. Benötige ich spezielle Okulare, oder ist mein SunDancer II defekt?

    Durch die 3x-Telezentrik erzielen Sie sehr schnell sehr hohe Vergrößerungen bzw. sehr kleine Austrittspupillen. Ein guter Richtwert für die Höchstvergrößerung bei H-alpha ist etwa eine Austrittspupille von 0,7-1mm, bzw. eine Vergrößerung, die nur etwas über der Teleskopöffnung in mm liegt. Durch die Begrenzung auf nur eine Wellenlänge gelten die Faustformeln für die Beobachtungen im Weißlicht nicht mehr! Wir konnten einen SunDancer an einem 80mm-Refraktor bis etwa 100x nutzen, und wenige Minuten später an einem Triband-C8 bis über 200x – bevor die Luftunruhe zum limitierenden Faktor wurde, wurde die Vergrößerung wurde also nur durch die verfügbare Öffnung beschränkt und nicht durch den Filter.

    Insbesondere mit langbrennweitigen (ggf. abgeblendeten, also lichtschwachen) Teleskopen erreichen Sie durch die Telezentrik rasch Vergrößerungen jenseits von 1mm AP. Unter Umständen liefert also bereits ein 20-30mm-Okular die höchste nutzbare Vergrößerung.

    Zum Glück benötigen Sie keine besonderen "H-alpha-Okulare" – unsere Hyperion-Okulare bilden die (auch für Gasnebel wichtige) H-alpha-Linie gut ab und sind für Deep-Sky genauso geeignet wie für die Sonnenbeobachtung. Im Lieferumfang der 31mm und 36mm Hyperion Aspheric 2"-Okulare sind für den Einsatz am Binokularansatz auch 1,25"-Steckhülsen enthalten. Die Hyperion-Okulare werden nicht nur von uns für die H-alpha-Beobachtung empfohlen (und natürlich auch für Deep-Sky – im Gegensatz zu speziellen „H-alpha-Okularen“.)

    Mehr zur Okular- und Vergrößerungswahl finden Sie in diesem Thread auf Astronomie.de: https://forum.astronomie.de/threads/hilfe-zum-baader-sundancer-ii-gesucht.324786/

  • Muss/kann ich den SunDancer II noch justieren?

    Alle SunDancer II werden bei uns noch einmal final getestet, bevor sie zum Verkauf freigegeben werden. Im Auslieferungszustand lässt sich mit der Mikrometerschraube der Kippvorrichtung daher ein kontrastreiches Bild einstellen. Für beste Ergebnisse sollte das kippbar eingebaute Filter (aka: das Etalon) jedoch absolut senkrecht zum optischen Strahlengang stehen. Die Mikrometerschraube ist in dieser optimalen Stellung dann am oder nahe ihrem inneren Tiefenanschlag. Durch Herausschrauben der Mikrometerschraube kann dieses Etalon dann sehr rasch in den "blauen Flügel" der H-alpha-Linie gekippt werden, um z.B. Protuberanzen schnell besser darzustellen, ohne jeweils darauf warten zu müssen, dass z.B. die Heizung nachregelt.

    Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass zuallererst die exakte Planlage des kippbaren Etalons zur optischen Achse für eine beste Kontrastleistung wichtig ist! Nur so lässt sich die Qualität des Filters wirklich beurteilen. Man beginnt also jede Beobachtungssitzung damit, dass man (vollständig) wartet bis die Solltemperaturangabe "0.00" erreicht ist. Dann erst prüft man, ob der Oberflächenkontrast an der Sonne zufriedenstellen erscheint, und bewegt die Mikrometerschraube probehalber vor (falls möglich) und zurück – sie muss dazu selten mehr als ein bis drei Striche verstellt werden. Dabei wird genau beobachtet, ob sich eine Kontraständerung in den Oberflächendetails feststellen lässt.

    Erst dann wenn der beste Kontrast erreicht wurde – selbst dann, wenn die Stellung der Mikrometerschraube nun deutlich vom Anschlag oder dem werkseitig angegebenen Wert abweicht – sollten Sie ggf. andere Arbeitstemperaturen ausprobieren. Da sich jede Optik etwas anders verhält (das gilt aufgrund unterschiedlicher Optikdesigns auch bei identischen Öffnungsverhältnissen), ist die beste Stellung der Mikrometerschraube für idealen Kontrast an Ihrem Gerät unter Umständern etwas anders als an unserem Testgerät.

    Es wäre jedoch zur Beurteilung der Filterqualität (= der Halbwertsbreite) völlig irreführend, sofort die Temperatureinstellung zu variieren, und dann nachträglich den Kippwinkel anzupassen. Diese falsche Reihenfolge kann bewirken, dass ein Filter mit 0.6 Ang Halbwertsbreite fast keinen Kontrast auf der Sonnenoberfläche zeigen würde, sondern ausschliesslich Protuberanzen am Sonnenrand. Es ist unabdingbar, dass stets zuerst der Kippwinkel des Etalons wie oben beschrieben möglichst genau auf perfekte Parallelität zur optischen Achse eingestellt wird (bester Kontrast) und erst danach die Temperatur in sehr kleinen Schritten verändert wird, etwa um den Wirkungsgrad der das Etalon umgebenden Heizung auf Sommer- oder Wintertemperaturen zu tunen.

    Die Einstellbarkeit des Kippwinkels zur raschen Bewegung in die Flügel der H-alpha-Wellenlänge ist ein Luxus, der wesentlich raschere Anpassungen ermöglicht als nur über die Temperatur. Viele Anbieter konkurrierender Filterkonzepte verzichten jedoch bewusst darauf, weil dies auch ein großes Fehlerpotential darstellt. Man muss sich klarmachen, dass das Licht im kippbaren Etalon ca 1000-fach hin und hergespiegelt wird, um dadurch schlussendlich auschliesslich die H-alpha-Wellenlänge "auszusieben". Jede Abweichung von der perfekten Planlage und jede Minderung der Parallelität des vom Teleskop bestimmten Strahlenganges wird folglich tausendfach verstärkt. Ein bedachtsamer Umgang mit dieser aufwendigen Technik ist also unbedingt notwendig - und es ist wie gesagt wichtig, dass ein ausreichend paralleler Strahlengang am okularseitigen Ende des Teleskops zur Verfügung steht.

    H-alpha-Filter mit integrierter 3x Telezentrik sind zunächst für den Einsatz an Teleskopen mit f/10 Öffnungsverhältnis ausgelegt. An noch "langsameren" Teleskopen sind diese geheizten Filter ohne jegliche Qualitätseinbußen verwendbar. An Teleskopoptiken mit immer kleinerem Öffnungsverhältnis dagegen würde sich jedoch zusammen mit dem immer stärker werdenden konischen Strahlengang, welcher vom Objektiv gebildet wird, gleichzeitig eine erhebliche Aufweitung der vom Etalon bestimmten H-alpha-Durchlassbreite ergeben. Dadurch würde z.B. ein Etalon, welches mit einer Halbwertsbreite von 0.6 Å hergestellt wurde, sehr rasch nur noch eine scheinbar größere Durchlassbreite von 0.8 0der 0.9 Å aufweisen und dadurch erheblich geringeren Kontrast liefern.

    In der Regel werden Sie den SunDancer ohne große weitere Anpassungen verwenden können. Wenn Sie sich mit dem System und seinen Feinheiten vertraut gemacht haben, sollten Sie dennoch gelegentlich überprüfen, ob Sie mit einer minimal anderen Betriebstemperatur an Ihrem speziellen Teleskop noch bessere Ergebnisse erzielen. Mehr dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung.

    Beachten Sie auch, dass sehr langsame Teleskope prinzipiell zwar einen besseren H-alpha-Kontrast liefern können, da der Strahlengang welcher das Teleskop verlässt, deutlich besser parallel verläuft – gleichzeitig erreichen Sie durch die eingebaute 3x Telezentrik mit 1,25“-Okularen aber auch rasch sehr (oder zu) hohe Vergrößerungen. Aus diesem Grund sind zum einen langbrennweitige Okulare von Vorteil und zum zweiten kann auch ein Teleskop-Öffnungsverhältnis von f/ 6 oder f/7 eine erstaunlich gute Kontrastleistung erbringen. Es lohnt sich in aller Ruhe und Vorsicht zu experimentieren - in der oben genannten Reihenfolge.

  • Benötige ich Verlängerungshülsen oder einen besonderen Zenitspiegel für den SunDancer II?

    Die Fokuslage des SunDancer entspricht ziemlich genau der eines 2"-Okulars, wenn Sie die 2"-Steckhülse verwenden. Sie werden also in der Regel keine Verlängerungshülsen brauchen, sondern können das Okular einfach in den Zenitspiegel einstecken. Wichtig ist, dass das Teleskop selbst keine Kunststoffteile enthält, sondern für die Sonnenprojektion geeignet sein muss.

    Wenn Sie einen Binokularansatz verwenden, muss der Okularauszug etwas weiter eingefahren werden, jedoch meist nur ca. 1-2cm.

    Für den fotografischen Einsatz benötigen Sie nur dann Verlängerungshülsen, wenn Sie ohne Zenitspiegel arbeiten. Diese gerade Konfiguration hat den Vorteil, dass das Bild nicht zusätzlich gespiegelt wird und dass der SunDancer immer im Schatten ist, statt durch die Sonne einseitig aufgeheizt  zu werden. Auch eventuelle Qualitätseinbußen durch den Zenitspiegel entfallen dann.

    Bitte beachten Sie, dass die Qualität des Zenitspiegels auch für den Kontrast im H-alpha eine entscheidende Rolle spielt. Wir haben in unseren Tests festgestellt dass unsere silber-beschichteten BBHS-Spiegel den besten H-alpha-Kontrast liefern. Spiegel haben gegenüber Prismen den Vorteil, dass das Licht keinen Glaskörper durchläuft, den es ggf. erwärmen kann.

  • Wann ist der SunDancer II wieder verfügbar?

    Wir können die Verfügbarkeit leider nicht pauschal vorhersagen, da wir meist schon Vorbestellungen von Privatpersonen und Händlern haben, die zuerst ausgeliefert werden sobald wir neue Sundancer II lieferbar haben. Auch handelt es sich bei den Etalons um gezüchtete Kristalle – also Naturprodukte, bei deren Herstellung es naturgemäß eine hohe Ausfallrate gibt, sodass wir nie vorhersagen können, wie hoch die Ausbeute an guten Etalons sein wird, die zur Herstellung der Filter verwendet werden kann.

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