
Weltkarte der Sonnenfinsternis am 25. Oktober 2022.
© Ekkehard Domning
Zuerst wie immer die Warnung:
Sehen Sie niemals direkt und ohne geeigneten Filter in die Sonne! Ansonsten riskieren Sie schwere Augenschäden bis hin zur Erblindung. Verwenden Sie immer einen zertifizierten Sonnenfilter vor dem Objektiv von Kamera oder Teleskop, bzw. verwenden Sie eine zertifizierte Sonnensichtbrille, wenn Sie mit dem bloßen Auge beobachten.Sicher beobachten
Mit der Sonnenfinsternisbrille können Sie schon mit bloßem Auge sehen, wie der Mond sich Stück für Stück vor die Sonne schiebt. Besonders beeindruckend ist dabei, dass der in Deutschland eher geringe Bedeckungsgrad sonst kaum zu bemerken sein wird: Den Helligkeitsabfall gleicht unser Auge weitestgehend aus, und wer nicht weiß, dass gerade eine partielle Sonnenfinsternis stattfindet, wird es verpassen. Wer es dagegen weiß, wird vielleicht gewisse Unterschiede in der Lichtstimmung bemerken! Bereits im Fernglas – das natürlich vor beiden Objektiven mit sicher sitzenden Sonnenfiltern ausgestattet sein muss – ist mehr zu sehen: Schon ein kleines Fernglas mit sieben- bis zehnfacher Vergrößerung zeigt neben dem Mondrand die ersten größeren Sonnenflecken. Das sind kühlere Regionen auf der Sonne, die dunkler erscheinen, da sie weniger hell leuchten als ihre Umgebung – und wesentlich größer sind als die Erde! Aus
AstroSolar® Safety Folie 5.0 (ECO-size, 20x29)
AstroSolar® Safety Folie 5.0 (ECO-size, 20x29)
(verschiedene Versionen erhältlich)
und Karton können Sie leicht ein paar Objektivfilter selbst bauen, oder Sie verwenden fertige
ASBF: AstroSolar Binokular Filter OD 5.0 (50mm - 100mm)
ASBF: AstroSolar Binokular Filter OD 5.0 (50mm - 100mm)
(verschiedene Versionen erhältlich)
, die auf die Objektive gesteckt werden und zusätzlich mit Klett gesichert werden.
Verwenden Sie möglichst ein ausreichend hohes Stativ wie das Astro&Nature, um entspannt zu beobachten: Durch den Sonnenfilter sehen Sie nur schwarz, bis Sie die Sonne im Bild haben. Die Orientierung am Himmel ist also nicht ganz einfach. Mit einem Stativ können Sie wesentlich entspannter beobachten und haben auch die Hände frei, um Ihre Augen gegen Streulicht zu schützen. Zehnfache Vergrößerung ist auch etwa die Grenze, bis zu der man ein Fernglas freihändig halten kann. Beim Blick auf die auch im Oktober noch recht hoch stehende Mittagssonne wird es nicht einfacher, ein Fernglas still zu halten.
Noch eindrucksvoller wird es mit einem Spektiv oder gar einem Teleskop: Dann können Sie sehen, dass der Mondrand vor der Sonnenscheibe nicht glatt ist, sondern zackig. Hier sehen Sie die Berge, die sich über den Rand des Mondes erheben. Diesen Anblick hat man in dieser Deutlichkeit nur während einer Mondfinsternis.
Für das beste Bild greifen Sie zu den temperaturkompensierten
ASTF: AstroSolar Teleskop Filter OD 5.0 (80mm - 280mm)
ASTF: AstroSolar Teleskop Filter OD 5.0 (80mm - 280mm)
(verschiedene Versionen erhältlich)
; Besitzer von Linsenteleskopen können alternativ auch ein Herschelkeil verwenden. 
Die Partielle Sonnenfinsternis vom 10. Juni 2021, mit einer APS-C-Kamera bei etwa 1,5m Brennweite. Der unregelmäßige Mondrand ist gut zu erkennen, dieses Jahr dürfen wir mit mehr Sonnenflecken rechnen als 2021 – die Sonnenaktivität steigt. © A.Kerste

Die Partielle Sonnenfinsternis vom 4. Januar 2011, fotografiert mit einer APS-C-Kamera und einem Baader Herschelkeil an einem Refraktor mit 600mm Brennweite. Hoffen wir, dass uns dieses Jahr nur der Mond und keine Wolken den Blick auf die Sonne versperren. © A.Kerste
Auf der Sonne wiederum wird bei höherer Vergrößerung neben den Sonnenflecken auch die Granulation sichtbar: Ein Netz aus unzähligen über 1000 km großen Gasblasen, die aus dem kochenden Inneren der Sonne aufsteigen, so ähnlich wie in einem Topf mit kochendem Wasser. Noch deutlicher wird sie mit dem
Baader 7,5nm Solar Continuum Filter (540nm)
Baader 7,5nm Solar Continuum Filter (540nm)
(verschiedene Versionen erhältlich)
zusätzlich zu dem AstroSolar Filter; er hebt den Kontrast noch einmal an.
Der Ablauf
Bei etwa zwei Stunden zwischen dem ersten und dem letzten Kontakt gibt es keinen Grund zu Hektik – aber es lohnt sich, immer wieder einen Blick auf die Sonne zu werfen. Schon nach einigen Minuten werden Sie sehen, wie rasch der Mond vor der Sonne vorbeizieht. Die Tabelle gibt die Zeiten in MESZ für einige Städte im deutschen Sprachraum an:| Land | Ort | Bedeckung | Anfang | Mitte | Ende |
| Schweiz | Bern | 16,6 % | 11:15:39 | 12:10:14 | 13:06:27 |
| Schweiz | Basel | 17,8 % | 11:14:35 | 12:10:00 | 13:07:05 |
| Österreich | Salzburg | 25,1 % | 11:15:04 | 12:16:49 | 13:19:59 |
| Österreich | Wien | 30,0 % | 11:15:42 | 12:20:48 | 13:27:02 |
| Deutschland | München | 23,6 % | 11:14:14 | 12:14:39 | 13:16:36 |
| Deutschland | Frankfurt am Main | 22,9 % | 11:11:00 | 12:09:44 | 13:10:11 |
| Deutschland | Berlin | 32,3 % | 11:09:50 | 12:13:54 | 13:19:23 |
| Deutschland | Hamburg | 29,6 % | 11:07:42 | 12:09:28 | 13:12:53 |
| Deutschland | Dresden | 31,1 % | 11:07:42 | 12:10:45 | 13:17:11 |
| Deutschland | Rostock | 29,6 % | 11:07:42 | 12:11:32 | 13:13:26 |
Quelle: Wikipedia
Für Ihren eigenen Standort können Sie einen Eindruck vom Verlauf bekommen, indem Sie es sich in einem Planetariumsprogramm anschauen. Für iOS und Android ist Celestron SkyPortal eine kostenlose Möglichkeit, für Computer das ebenfalls kostenlose Stellarium, entweder als eigenes Programm (stellarium.org) oder online unter stellarium-web.org.
Die Maximale Bedeckung der Sonne etwa um 12:10, links in Südwestdeutschland (Stuttgart, 21%), rechts in Nordostdeutschland (Rostock, 33%). Grafiken erstellt mit Guide 8, projectpluto.com.
Fotografie

Partielle Sonnenfinsternis 2015, bei Baader Planetarium
AstroSolar® Foto Folie OD 3.8
AstroSolar® Foto Folie OD 3.8
(verschiedene Versionen erhältlich)
ist nur für den Fall gedacht, dass Sie mit langen Brennweiten (in der Regel mit Okularprojektion oder einer Barlowlinse) und einem Videomodul Details auf der Sonne fotografieren wollen (lesen Sie dazu auch die FAQ Ich möchte die Sonne fotografieren. Brauche ich AstroSolar® 5.0 oder 3.8 Folie?).
Verwenden Sie den manuellen Modus, eine niedrige ISO und kurze Belichtungszeiten, dazu eine mittlere Blende (rund f/8), dann bilden die meisten Objektive am schärfsten ab – bei kleinerer Blende (f/16, f/32) steigen die Belichtungszeiten nur unnötig, und die Bildschärfe ist nicht mehr optimal; bei Offenblende (f/1,8, f/3,5 o.ä.) arbeitet das Objektiv ebenfalls nicht bei bestmöglicher Schärfe. Ein Stativ ist bei diesen Brennweiten Pflicht, ein Fernauslöser (oder der Selbstauslöser) sind sehr zu empfehlen.
Nehmen Sie eine Belichtungsreihe auf und machen Sie im Vorfeld ein paar Probeaufnahmen, dann können Sie auch sehen, wann das Objektiv am schärfsten ist und welche Belichtungszeiten am besten funktionieren – diese Werte können Sie dann auch während der Finsternis direkt einsetzen.
Mit etwas Glück funktioniert auch der Autofokus; die besten Chancen haben Sie, wenn Sie den Fokusbereich manuell setzen können. Ab 200-300mm Brennweite wird die Sonne groß genug abgebildet, dass es interessant wird.
An Teleskopen mit 1-2m Brennweite passt die Sonne am besten auf den Sensor; dafür sollten Sie aber frühzeitig mit der Vorbereitung beginnen. Viele Informationen rund um die Sonnenbeobachtung finden Sie auf www.astrosolar.com/de/informationen und in diesem Video: