Erfahrungsbericht von Ian Aiken: Das Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II

Wenn es um astronomisches Zubehör geht, kann der erste Eindruck genauso wichtig sein wie die technischen Daten. Das Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschelprisma Mark II (Visuell / Fotografisch) (verschiedene Versionen / Varianten erhältlich) bildet da keine Ausnahme. In diesem Blog werde ich einige der wichtigsten Eigenschaften auflisten, die ich in Werbematerialien gefunden habe und die sich aus meinen eigenen Beobachtungen ergeben haben, sowie die Eindrücke, die ich beim Benutzen dieses Produkts gesammelt habe.

Mein Name ist Ian Aiken und ich lebe in Großbritannien, im Nordosten Englands, wo ein gemäßigtes Seeklima mit milden Sommern und kühlen Wintern herrscht. Die Bewölkung kann das ganze Jahr über schwanken, und es kommt mir so vor, als ob ich an meinem Bortle-7-Standort in den sechs Monaten, in denen tatsächlich astronomische Dunkelheit herrscht, nur 20 brauchbare klare Nächte pro Jahr nutzen kann. Ich bin seit über 20 Jahren Astrofotograf und habe in dieser Zeit alle Arten von Teleskopen, Sonnenteleskopen, Montierungen, Filtern (einschließlich Optolong, Astro Hutech, Chroma, Baader) und Kameras (Atik, QHYCCD, ZWO, Canon) für die Planeten-, Mond-, Sonnen- und Deep-Sky-Fotografie benutzt. Finanziell habe ich auf die harte Tour gelernt, als ich meine derzeitige Sammlung auf meine Himmelsbedingungen, mein Budget, meine Zeit und meine Abbildungsziele abgestimmt habe.

Worum geht es?

Das Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II enthält ein keilförmiges Glasprisma, das den größten Teil des Sonnenlichts aus dem Strahlengang lenkt. Dies ist ein anderer Ansatz für die Beobachtung sder Sonne im Weißlicht als mit Filtern wie dem Baader AstroSolar Safety Folie, vor dem Teleskop, bei dem das Licht gar nicht erst in das Teleskop hinein gelangt. Diese Methode wurde erstmals in den 1830er Jahren von dem Astronomen John Herschel vorgeschlagen und angewendet, daher der Name. Mit weiteren Graufiltern (Neutraldichtefiltern) wird die verbliebene Helligkeit auf ein ungefährliches Maß gedämpft.

Unboxing und erste Eindrücke

  • Verpackung- Schon beim Auspacken zieht die durchdacht gestaltete Verpackung die Aufmerksamkeit auf sich. Der Karton ist nicht nur benutzerfreundlich und lässt sich leicht öffnen, sondern bietet auch umfassende Informationen über den Inhalt, damit der Käufer genau weiß, was er erhält.
  • Pelican Case- In dem Karton befindet sich das Peli-Case - ein Zeichen für Baaders Liebe zur Qualität. Die feste Verriegelung in Verbindung mit der automatischen Belüftung zeigt, dass es bei diesem Koffer nicht nur um Ästhetik geht; er wurde entwickelt, um den wertvollen Inhalt zu schützen. Ich fand den Verriegelungsmechanismus meines Koffers ziemlich fest und brauchte einige Mühe, um ihn zu öffnen. Wahrscheinlich kann ich das irgendwie lockern.
  • Qualität der Komponenten- Wenn ich die Filter und das Prisma in die Hand nehme, spüre ich sofort die erstklassige Verarbeitungsqualität. Es handelt sich nicht um bloßes Zubehör, sondern um ein Werkzeug für Enthusiasten, die das Beste verlangen. Deutsche Ingenieurskunst ist immer noch ein "Ding", mit Fokus auf Konstruktion und technischem Können. Diese Mentalität zeigt sich hier.
  • Präsentation- Der "WOW"-Faktor ist nicht nur vorhanden, er dominiert und steigert die Vorfreude auf den ersten Gebrauch.
  • Versionen - Ich habe mich für die fotografische Version entschieden, die drei zusätzliche ND-Filter enthält. Alles andere ist identisch zur visuellen Version. Ich habe mich sehr gefreut, dass der neue Baader 7,5nm Solar Continuum Filter (540nm) (verschiedene Versionen / Varianten erhältlich) enthalten ist. Er löst die ältere 10nm-Version ab und ist eine neue Ergänzung der CMOS-optimierten Baader-Filter.


Unendliche Möglichkeiten

Es mag seltsam erscheinen, zuerst über das Handbuch zu sprechen. Meistens wird das Handbuch nie gelesen oder erwähnt. Ich empfehle dringend, die Anleitung zu lesen (Baader empfiehlt in der Anleitung, die Anleitung zu lesen). Vielleicht nicht Wort für Wort, aber es gibt Abschnitte, die wirklich helfen, das Beste aus diesem Produkt herauszuholen.

Das Baader-Handbuch ist keine typische Bedienungsanleitung und verdient eine besondere Erwähnung, wenn man bedenkt, wie umfangreich es ist. Es ist reich an Details über das Produkt, aber am meisten hat mich sein pädagogischer Ansatz beeindruckt. Es geht nicht nur um die Bedienung des Prismas, sondern auch um seine praktische Anwendung. Das Handbuch gibt Einblicke in die optimale Nutzung sowie Hinweise zur Sonnenbeobachtung und geht sogar auf Aspekte wie Lucky Imaging ein und stellt dar, wie verschiedene Faktoren die Bildqualität beeinflussen können. Es erklärt, welche Filter für welche Anwendungen geeignet sind und warum. Dies zeigt, wie sehr sich Baader dafür einsetzt, dass die Benutzer das Beste aus ihrem Kauf herausholen. Das Handbuch stellt auf subtile Weise andere Baader-Produkte vor, wirkt aber nicht aufdringlich. Stattdessen ist es klar darauf ausgerichtet, den Benutzer zu schulen und seine Erfahrungen mit dem Produkt zu verbessern. Es ist sehr informativ und verständlich. Es ist klar, dass Baader möchte, dass man sich mit dem Produkt beschäftigt und mit verschiedenen Konfigurationen experimentiert. Es gibt viele Beispiele, wie man dies tun kann, und die Adaptersysteme helfen einem dabei wirklich.

Top Ten Merkmale

  1. Überragende optische Qualität und Sicherheit bei der Sonnenbeobachtung: Das Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II kombiniert Sicherheit mit hervorragender optischer Qualität und liefert ein außergewöhnlich klares und scharfes Sonnenbild, ohne Gefahr von Augenschäden oder Überhitzung der Ausrüstung. Das auf Prismen basierende System übertrifft die Leistung herkömmlicher Filterfolien für das Objektiv, und es entstehen keine Farbsäume, die die Bildschärfe beeinträchtigen.
  2. Verbessertes Wärmemanagement:Das Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II ist mit der "Cool-Ceramic"-Technologie ausgestattet und sorgt für eine effiziente Wärmeableitung, die die Bildstabilität aufrechterhält und das Risiko einer Beschädigung der Ausrüstung verringert, was zu sichereren Sonnenbeobachtungssitzungen beiträgt.
  3. Kontrastreiches und detailliertes Sonnenbild: Dank der Phantom Group Antireflex-Vergütung und der präzisen Oberflächenpolitur des Herschelkeils wird Streulicht vermieden und schädliche UV- und IR-Strahlung blockiert, was eine kontrastreiche und detaillierte Darstellung von Strukuren wie Sonnenflecken, Granulation und Flares ermöglicht.
  4. Langlebig und robust:Das aus hochwertigen Materialien gefertigte Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II ist auf Langlebigkeit ausgelegt, sodass es Sonnenschutzfolien überdauern wird, ohne in der Abbildungsqualität nachzulassen.
  5. Vielseitige Sonnenbeobachtung:Das Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II ermöglicht mit den mitgelieferten Neutraldichte- und Solarkontinuum-Filtern mehrere Filterkombinationen, die die Beobachtung verschiedener Sonnenmerkmale bei unterschiedlichen Lichtstärken ermöglichen. Es kann mit einer Vielzahl von Teleskopen und Kameras verwendet werden, was es zu einem vielseitigen Werkzeug für die Sonnenbeobachtung macht. Er kann direkt am Fokussierer des Teleskops befestigt werden und bietet verschiedene Anschlussmöglichkeiten für die meisten Kameras. Diese Flexibilität ermöglicht es sowohl visuellen Beobachtern als auch Astrofotografen, mit ihrer bevorzugten Ausrüstung atemberaubende Sonnenbilder zu erzielen.
  6. Verbessertes Design und Benutzerfreundlichkeit:Die aktuelle Version zeichnet sich durch eine verbesserte Bauqualität und ein überarbeitetes Design aus, das eine bessere Leistung gewährleistet und die Interaktion mit dem Benutzer von Anfang an fördert.
  7. Hintergrundwissen: Das ausführliche Handbuch und die zusätzlichen Einblicke bieten einen pädagogischen Aspekt, der das Verständnis für die Sonnenbeobachtung verbessert und im Vergleich zu einfacheren Anleitungen wesentlich mehr Informationen bietet.
  8. Mehr Potenzial für bessere Bilder: Das Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II nutzt den aktuellen Stand der Technik, um einen besseren Kontrast, detailliertere Bilder und eine authentischere Ansicht der Sonne zu liefern als frühere Modelle und traditionelle Sonnenfolien. Der Solar Continuum Filter wurde entwickelt, um den Bildkontrast zu verbessern: Er hebt die feinsten Sonnendetails hervor und macht Sonnenflecken, Granulationen und Faculae besser sichtbar.
  9. Benutzerfreundliche Bedienung:Der Einsatz des Herschelkeils ist einfach und erfordert nur eine minimale Aufbauzeit, sodass sich ein Beobachter mehr auf die Beobachtung und weniger auf die Konfiguration der Ausrüstung konzentrieren kann.
  10. Umfassende Lösung für die Sonnenbeobachtung: Durch die Kombination von Sicherheit, pädagogischem Wert, hochwertiger Konstruktion und benutzerfreundlichem Design stellt das Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II eine umfassende Lösung für Amateur- und erfahrene Sonnenbeobachter dar und verspricht viele Jahre Freude an der Sonnenastronomie.


Cool unter der Sonne - Wärmemanagement und optimaler Bildkontrast

Die namensgebende "Cool-Ceramic"-Technologie, ist nicht nur ein schicker Begriff, obwohl er cool ist – bitte entschuldigen Sie das Wortspiel... Sie ist eine entscheidende Innovation, mit der sich dieses Herschelprisma meiner Meinung nach von der Konkurrenz abhebt. In Anlehnung an die Wärmekacheln der Raumfähren, die die Astronauten vor der großen Hitze beim Wiedereintritt schützen, erfüllt das Cool-Ceramic-Element des Herschel-Prismas einen ähnlichen Schutzzweck. Es absorbiert und verteilt die Sonnenwärme und verhindert so eine Überhitzung, ohne die Umgebung und das Bild zu beeinträchtigen. Diese Eigenschaft ist entscheidend für die Aufrechterhaltung einer kühleren Betriebstemperatur, was wiederum zu einem klareren und detaillierteren Bild der Sonne beiträgt, da Thermik und Astigmatismus durch die unerwünschte Hitze und Materialausdehnung verhindert werden.

Darüber hinaus geht es bei der Oberflächengenauigkeit und der Mehrfachvergütung des Prismas nicht nur darum, kontrastreiche und detaillierte Sonnenbilder zu erzielen. Die Beschichtungen sind so konzipiert, dass sie die Streuung des Lichts verringern, die Bildqualität insgesamt verbessern und gleichzeitig schädliche UV- und IR-Strahlung blockieren. Dies ist nicht nur vorteilhaft für Ihre Ausrüstung, sondern auch ein Sicherheitsmerkmal, das Ihr Augenlicht bei der Sonnenbeobachtung schützt.

Enthaltende Filter

Das Herschel-Prisma gewährleistet eine sichere Sonnenbeobachtung am Refraktor bei voller Öffnung ohne Qualitätsverlust und bietet im Vergleich zu vielen anderen Weißlichtfiltern eine bessere Auflösung und einen höheren Kontrast. Die effiziente interne Ablenkung und die Mehrschichtvergütung auf der Prismenrückseite reduzieren Streulicht weiter und maximieren den Kontrast. Zur Sicherheit und für eine optimale Leistung enthält das Prisma einen fest vorinstallierten, präzisionspolierten und beschichteten Baader ND 3.0 Filter im Gehäuse. Dieser Filter ist für jede visuelle Beobachtung zwingend notwendig, da er sicherstellt, dass der Beobachter niemals ungefiltertem Licht ausgesetzt ist, das irreversible Schäden am Auge verursachen kann. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt Baader, das Herschel Prisma nach jedem Gebrauch "zurückzusetzen", falls der Filter für die Fotografie durch einen schwächeren Filter ersetzt wurde. Wenn der ND 3.0-Filter immer sofort wieder einbaut wird, kann er bei dem nächsten visuellen Einsatz nicht vergessen werden.

Im Lieferumfang enthalten und vorinstalliert ist auch der neueste Solar Continuum Filter 7,5nm. Er dient der Maximierung des Kontrastes. Bei der fotografischen Version liegen auch die drei Neutraldichtefilter ND 1,8, 0,9 und 0,6 bei. Optional kann auch ein Polarisationsfilter ( Einzelne Polarisationsfilter (verschiedene Versionen / Varianten erhältlich) ) installiert werden, mit dem integrierten Drehmechanismus lässt sich dann die Helligkeit leicht einstellen.

Anpassung an das richtige Teleskop

Was die Kompatibilität anbelangt, so kann das Herschel-Prisma mit verschiedenen Refraktoren verwendet werden, aber es ist wichtig, sowohl die Öffnung als auch das Öffnungsverhältnis des Teleskops zu berücksichtigen. Ein Fernrohr mit einer längeren Brennweite erzeugt einen breiteren Lichtstrahl, der die Energie über einen größeren Bereich verteilt, wodurch die Gefahr einer Überhitzung verringert wird. Das bedeutet aber auch, dass das Risiko höher ist, dass das Licht bei der Beobachtung von Details am Sonnenrand nicht vollständig auf das Prisma trifft. Baader gibt an, dass das Prisma bis zu einer Brennweite von 4,5 m kompatibel ist (ca. jeder 1 m Brennweite entspricht einem Sonnenbild von 1 cm an einem Teleskop bis zu 6 Zoll). Sie geben auch an, dass das Prisma an Teleskopen mit Öffnungen von maximal 6 bis 8 Zoll verwendet werden kann, empfehlen aber, es regelmäßig von der Sonne wegzuschwenken, um einen Wärmestau zu vermeiden. Schließlich ein Öffnungsverhältnis nicht schneller als f/6 sein.

Sie können das Handbuch für weitere Informationen hier herunterladen:

Bildgebung AR3590

Bitte beachten Sie, dass es bei der Beobachtung und Fotografie der Sonne wichtig ist, die entsprechenden Sicherheitsrichtlinien zu befolgen, um Ihre Augen und Ihre Ausrüstung zu schützen. Konsultieren Sie immer die Anweisungen des Herstellers und ziehen Sie in Erwägung, sich von erfahrenen Sonnenbeobachtern oder Astronomen beraten zu lassen, bevor Sie Sonnenbeobachtungen durchführen.

Wie gehe ich also vor? "Lesen Sie zuerst das Handbuch." Ja, das habe ich getan, sozusagen, das meiste davon. Wenn man an einem Ort lebt, an dem es aufgrund der anhaltenden Wolken und des Regens üppig grün ist, hat man viel Zeit zum Lesen und Planen. Welche Filter brauche ich? Fangen wir damit an, womit es ausgeliefert wird: Solar Continuum und ND 3.0. Ich werde die Helligkeit visuell und dann mit der Kamera überprüfen. Möglicherweise muss ich nichts ändern und kann die Feinabstimmung später mit mehr Erfahrung vornehmen.

Ich habe zuerst versucht, das Prisma an einem 102-mm-Skywatcher-Achromat zu verwenden, aber es war sehr dunstig (wenn nicht sogar bewölkt), und ich habe aufgegeben. Das sind typische Bedingungen für mich hier im Winter. Ich befinde mich auf 55,54°N, die Sonne erreicht eine maximale Mittagshöhe von etwa 26 Grad, und ich befinde mich nur 38 Meter über dem Meeresspiegel. Nicht ideal.

Disclaimer: Adleräugige Leser werden bemerken, dass die Produktfotos das 102-mm-Teleskop von Skywatcher und eine QHY-5-III-200M Planeten- und Guidingkamera (#1931035 , € 365,-) zeigen, mit denen ich es zuerst versucht hatte. Die Bilder, die ich später von der Sonne gemacht habe, entstanden dagegen mit dem Bresser und der QHY 5-III-462M CMOS Kamera (#1931032 , € 295,-) (der Clou ist, dass die 200M ein USB-C-Kabel verwendet, während die 462M das schnellere USB-3 nutzt).

Bei meinem zweiten Versuch entschied ich mich für einen Bresser Messier AR-127L/1200 Achromat mit f/9,4 (der einen stabilen Okularauszug hat), montiert auf einer AZ EQ5 GT in meinem Garten. Leider war es mir nicht möglich, dieses Teleskop in meiner Rolldach-Sternwarte zu montieren, da ich bereits ein RASA 11 neben einem C9.25 habe, was die EQ8 bereits an ihre Grenzen bringt.

Die Kamera, für die ich mich entschieden habe, ist die IR-empfindliche QHY 5III 462M Monokamera. Wir wollen uns nicht mit der Tatsache aufhalten, dass ich das gesamte IR mit dem Solar Continuum Filter blockiere, sodass diese Empfindlichkeit verschwendet wird – die Kamera wurde in erster Linie für Mondaufnahmen gekauft (die im IR ruhiger sind).

Sie denken vielleicht, dass mein Celestron C9.25-Teleskop mit dem Herschel bessere Ergebnisse liefern würde. Das ist nicht der Fall: Ungefiltertes Sonnenlicht, das auf das Hauptspiegel trifft und auf einen Sekundärspiegel fokussiert wird, würde das Teleskop mit Sicherheit zerstören. In diesem Fall müsste ich eine Baader AstroSolar-Folie verwenden und die gesamte Energie blockieren, bevor sie in das Teleskop gelangt.

Warten wir einfach ab, was passiert, bevor die Wolken ankommen.

Anschluss ans Teleskop

Die Installation ist bemerkenswert einfach. Ich blieb bei der Standardkonfiguration und ließ das Baader Herschel Prisma mit dem vorinstallierten Solar Continuum Filter und dem ND3 Filter ausgestattet. Diese Kombination erwies sich für die Sonnenbeobachtung als genau richtig, ohne dass es zu Helligkeitsproblemen kam. Die Filter boten nicht nur einen Schutz gegen die intensive Sonnenhelligkeit, sondern verbesserten auch die Oberflächendetails und ermöglichten so ein scharfes und klares Bild.

Der Aufbau war auch eine gute Gelegenheit, die solide Verarbeitung und die Liebe zum Detail, die Baader in dieses Produkt gesteckt hat, noch einmal zu sehen.

Anschließen der Kamera

Der Anschluss der Kamera verlief ebenso reibungslos wie alles andere. Das Baader Herschel Prisma bietet Platz für eine Vielzahl von Möglichkeiten für den Kameraanschluss. Ich habe den optionalen T-Ring-Adapter verwendet, um meine Kamera anzuschließen, was eine sichere und stabile Verbindung gewährleistet, die mir während der Aufnahmesitzung Sicherheit gab.

Ausrichten auf die Sonne

Nach dem Aufbau war der nächste Schritt das Ausrichten des Teleskops auf die Sonne. Das Design des Baader Herschel Prismas machte das einfacher als erwartet. Ich bin es gewohnt, einen Sucher zu verwenden, der nicht unbedingt perfekt auf das Teleskop ausgerichtet sind, um dann eine kleine Sonnenscheibe mit einem noch kleineren Sensor einzufangen. Ich hatte mit einer Menge Hin- und Herschwenken gerechnet, aber mit Hilfe des eingebauten Sonnensuchers auf der Rückseite des Prismas gelang die genaue Ausrichtung der Sonne mit Leichtigkeit innerhalb von Sekunden. Buchstäblich in Sekunden. Stellen Sie sich das wie einen eingebauten Klappspiegel vor, nur einfacher.

Die hintere Keramikplatte des Herschel-Prismas, die oft als "Sonnensucher" bezeichnet wird, ist entscheidend für diese schnelle Ausrichtung. Sie soll Ihnen helfen, Ihr Teleskop sicher auf die Sonne auszurichten. Das Licht der Sonne wird als heller Fleck auf die hintere Platte projiziert, so dass eine präzise Ausrichtung möglich ist, ohne dass die Gefahr besteht, direkt in die Sonne zu schauen. Dies ist ein kleines, aber wichtiges Detail, das die Benutzerfreundlichkeit erhöht und die Ausrichtung auf die Sonne sogar noch einfacher macht als das Öffnen des sehr stabilen und robusten Peli Koffers, in dem der Herschelkeil geliefert wird.

Bildaufnahme

Das Finden des Fokus war einfach. Das Baader Herschel Prisma hat den gleichen Backfokus wie ein typischer 2" Zenitspiegel, sodass ich ein Okular oder eine Kamera nur wie gewohnt anschließen musste. Die manuelle Fokussierung gelang mir auch ohne die aufgerüstete Bresser Feineinstellung am Fokussierer problemlos (ich hatte damals noch keinen Motor, sonst hätte ich ihn verwendet). Die Abbildungsqualität des Baader Herschel Prismas ist der Punkt, an dem dieses Gerät wirklich brilliert (genug der Wortspiele?), und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Das Bild der Sonne, das über das Prisma auf den Sensor meiner Kamera gelangte, war schlichtweg atemberaubend. Die Details der Sonnenflecken und die Sonnengranulation waren außergewöhnlich brilliant. Die kontrastreichen Bilder, die dieses Gerät liefert, sind sowohl für Amateurfotografen als auch für ernsthafte Sonnenfotografen eine echte Bereicherung.

Ich war sehr erfreut, dass die Belichtungszeit kein Problem darstellte; ich konnte Bilder mit der maximalen Bildrate meiner Kamera aufnehmen, ohne besonders hohe Werte für Belichtungszeit und Kameragain zu verwenden. Das spricht Bände über die Effizienz des Prismen-Designs bei der Kontrolle von Lichtdurchlässigkeit und Wärme. Da ich mich nicht mit Filterkonfigurationen oder Belichtungseinstellungen herumschlagen musste, konnte ich mich auf das Wesentliche konzentrieren: die Beobachtung und Erfassung der dynamischen Merkmale der Sonne.

Mehr zur Bildgebung später.

Visuelle Nutzung und Baader MaxBright II Binokularansatz

Für diejenigen, die die visuelle Beobachtung bevorzugen, passt der Baader MaxBright® II Binokular inkl. KofferBaader MaxBright® II Binokular inkl. Koffer Baader MaxBright® II Binokular inkl. Koffer (verschiedene Versionen / Varianten erhältlich) Anastz perfekt zum Herschel Prisma, und die Sonne erscheint fast zum anfassen. Es ist ein Anblick, der schwer zu beschreiben ist und den man selbst gesehen haben muss, um es zu glauben.

Vor kurzem konnte ich einen MaxBright II Binokularansatz mit einem kleinen Rabatt von einem renommierten Händler hier in Großbritannien erwerben, den ich mit zwei Hyperion Universal Zoom Mark IV, 8-24mm Okular (1¼" / 2") (#2454826 , € 275,-) nutze. Der Bino-Ansatz macht die Sonnenbeobachtung komfortabler und bietet einen dreidimensionalen Effekt, der die Sonnenoberfläche zum Strahlen bringt! Ich war auf diesen Anblick nicht vorbereitet. Ich habe einen Glaswegkorrektor verwendet, um in den Fokus zu kommen, und ich so auf die optionale Direktverbindung verzichtet, die in der Anleitung ausführlich erklärt wird.

Ich habe es auch monokular mit nur einem einzigen Baader Hyperion Zoom versucht, und das Bild war großartig, aber nicht so beeindruckend wie mit dem MaxBright II Bino-Ansatz.

Das Öffnen des Herschel-Prismas zum Filtertausch kann beim ersten Mal Respekt einflößen, aber es kann leicht geöffnet und - was noch wichtiger ist - wieder zusammengesetzt werden. Baader liefert ein praktisches Werkzeug zum Entfernen der Filter mit. Interessanterweise ist der Polarisationsfilter zwar auf der Verpackung prominent abgebildet, aber es ist der Solar Continuum Filter, der mitgeliefert wird. Das ist kein Fehler - der Solar Continuum-Filter wird ausdrücklich erwähnt. Die prominente Darstellung des Pol-Filters könnte jedoch ein Anreiz für einen zusätzlichen Kauf sein. Nach ein wenig Recherche und dem Lesen des Handbuchs kam ich zu dem Schluss, dass der Polarisationsfilter lediglich zur Einstellung der Helligkeit dient (das hat mir einfach nicht eingeleuchtet, obwohl ich diese Art von Filtern in den letzten 35 Jahren häufig bei der terrestrischen Fotografie verwendet habe) und dass ich die Helligkeit nicht wirklich ändern muss, zumindest noch nicht. Aber ich habe festgestellt, dass das eine sehr einfache und effektive Lösung zur Reglierung der Helligkeit ist, insbesondere für den visuellen Gebrauch. Andere Nutzer haben mir erzählt, dass man, wenn man erst einmal einen Polfilter installiert und den eingebauten Drehmechanismus verwendet hat, wegen der Einfachheit der Helligkeitseinstellung immer diese Methode verwenden möchte. Es ist unglaublich benutzerfreundlich. Dies ist ein Beweis für das clevere Design und die Liebe zum Detail bei Baader.

Was das Wärmemanagement angeht, so hatte ich das Teleskop zu diesem Zeitpunkt schon einige Stunden lang auf die Sonne gerichtet und konnte keine erhöhte Wärme feststellen, nichts, was bemerkenswert wäre. Nichts war heiß. Keramikplatten können sicherlich Temperaturen von über 100° Celsius erreichen, aber dieses Teleskop hielt die Hitze sehr gut aus und war nicht annähernd so heiß. Die Keramikplatte ist zugleich der "Sonnensucher". Die Kombination aus der Keramikplatte, den Gittern für den Luftstrom und dem "Wärmekäfig", der laut Handbuch nur über vier Schrauben mit dem Gehäuse in Kontakt steht ist, leitet die Wärme sehr effektiv ab.

Baader Herschel Prisma Mk2 mit Baader MaxBright Binokularansatz und zwei Hyperion Zoom Okularen
Baader Herschel Prisma Mk2 mit einem Baader Hyperion Zoom Okular. Die Sonnenscheibe ist auf dem eingebauten "Sonnensucher" auf der Gehäuserückseite zu sehen.er".
Baader Herschel Prisma Mk2 mit Baader Q-Turret

Arbeitsablauf bei der Aufnahme

Ich war in der glücklichen Lage, am 24. Februar 2024 einen der größten seit vielen Jahren auf der Sonne sichtbaren Sonnenflecken als Ziel zu haben: AR3590. Dafür habe ich den Bresser AR127/1200L mit meiner QHY5III462M Kamera verwendet. Ich habe mit der vollen Brennweite von 1,2 m sowie zusätzlich mit der Baader Q-Barlow 1.3x / 2.25x (#2956185 , € 55,-) bei 2,7 m aufgenommen.

Baader Herschel Prisma Mk2 mit einer QHY Kamera

Bildbearbeitung: Von der Aufnahme zum Meisterwerk

Die eigentliche Aufnahme der Bilder ist nur der Anfang. Die mit dem Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II aufgenommenen Rohdaten bergen ein ungenutztes Potenzial, das sich mit der richtigen Verarbeitung in ein beeindruckendes Sonnenbild verwandeln lässt. Hier ein Blick auf den Verarbeitungsprozess, den ich benutzt habe, um die während der "Lucky Imaging"-Sitzung aufgenommenen Daten zum Leben zu erwecken.

Stacking mit Autostakkert 4

Alles beginnt mit Autostakkert 4, einem leistungsstarken Tool zum Stacken von Bildern. Stacking ist in der Astrofotografie unerlässlich, um die Bildschärfe zu erhöhen und das Rauschen zu reduzieren. Nach dem Importieren der mit dem Baader Prisma aufgenommenen .ser-Videodatei analysiert Autostakkert die Bilder, richtet die schärfsten Aufnahmen aus und stackt sie, um das Signal effektiv zu verstärken und die feinen Strukturen der Sonnenoberfläche hervorzuheben. Die Bedienung wird auf einigen Youtube-Videos verständlich erklärt. Außerdem empfehle ich das Buch Solar Astronomy, das von Christian Viladrich herausgegeben wurde und an dem viele Autoren mitgewirkt haben. Bis vor kurzem verstand ich nicht wirklich alle Einstellungen, aber nach der Lektüre des Buches verstand ich die Technik dahinter besser, was wirklich zu besseren Stack-Ergebnissen geführt hat. Es ist die Investition auf jeden Fall wert.

Verfeinerung mit IMPPG

Als nächstes wird das gestapelte Bild in IMPPG geöffnet, für Dekonvolution und Schärfung. Die Dekonvolution ist eine ausgeklügelte Technik zur Korrektur der Unschärfe und zur Verbesserung der Bildtreue, während die Schärfung die feinen Details hervorhebt. IMPPG eignet sich besonders gut für die Verbesserung von Sonnenbildern. Hier kann jede Granule und jeder Sonnenfleck besser definiert werden, sodass das Bild an Klarheit und Schärfe gewinnt.

Feinschliff in PixInsight mit SolarToolBox

Die vorletzte Stufe ist PixInsight, ein Kraftpaket der Astrofotografie-Bearbeitung. Mit der SolarToolBox wird der letzte Feinschliff vorgenommen. Durch die Anpassung der Schwarz- und Weißpunkte wird der Tonwertumfang festgelegt, um sicherzustellen, dass das gesamte Luminanzspektrum dargestellt wird. Die Kontrastverstärkung vertieft die dunklen Bereiche und hellt die hellen auf und verleiht dem Bild so einen Dynamikbereich, der die intensive Leuchtkraft der Sonne widerspiegelt. Ich bin sehr dankbar für diese neue Toolbox, auf die ich ein paar Tage nach der Aufnahme der Daten aufmerksam wurde. Wenn Sie sie noch nicht haben, sollten Sie sie sich ansehen.

Farbe in die Sonne bringen

Im letzten Schritt wird das Bild eingefärbt. Dies geschieht nicht nur aus ästhetischen Gründen. Verschiedene Farben können verschiedene Schichten und Merkmale der Sonne darstellen und werden oft verwendet, um bestimmte Elemente wie Magnetfelder oder Temperaturbereiche hervorzuheben. Die Wahl der Farbe ist sowohl eine wissenschaftliche als auch eine künstlerische Entscheidung und spiegelt die Merkmale wider, die Sie hervorheben möchten. Ich habe mich für die Standardwerte entschieden, obwohl ich den Farbkontrast ein wenig erhöht habe.

Das Ergebnis

Die endgültigen Bilder sind ein Beweis für die Qualität des Baader Herschel Prismas und für die Leistungsfähigkeit der Bildbearbeitung in der Astrofotografie. Von einer Reihe von Videobildern bis hin zu einem scharfen, detaillierten und wunderschön gerenderten Bild unseres nächsten Sterns ist der Verarbeitungsprozess genauso wichtig wie die Aufnahme selbst. Es ist eine Mischung aus Kunst und Wissenschaft, bei der Technologie auf Kreativität trifft und Bilder entstehen, die nicht nur lehrreich sind, sondern auch inspirieren.

Bresser AR127/1200L mit dem Baader Herschel Prisma Mk2 und einer QHY Kamera

Volle Brennweite - AR3590 bei 1,2 m mit Bresser AR127/1200L und QHY 5-III-462M

Ansel Adams sagte: "Man nimmt ein Foto nicht auf, man macht es". Wie passend für die Sonnenfotografie. Um ein gutes Bild zu machen, braucht man gute Daten. Mit schlechten Daten, sei es aufgrund der Ausrüstung oder der Luftunruhe, kann man nur wenig anfangen. Das Bild beginnt mit dem Herschelprisma.

Wie bereits erwähnt, erreicht die Sonne im Februar an meinem Standort bei 55,54° N nur etwa 26 Grad Höhe über dem Horizont. Sie steht also auch zur Mittagszeit sehr niedrig, wenn ich die Sonne zu dieser Jahreszeit aufnehmen will. Aber ich habe es getan, und die Ergebnisse sprechen für sich.

Bei diesen Aufnahmen finde ich, dass beide Brennweiten gute Details in der Granulation zeigen, in der 2,7m-Aufnahme kann man die polygonalen Formen der Körnchen erkennen. Die Penumbra (der etwas hellere Bereich um die dunkle Umbra im Zentrum der Sonnenflecken) ist unregelmäßig, aber nicht übermäßig komplex im Hauptfleck, dafür in anderen Bereichen komplexer, mit guter Definition auf der Außenseite der Umbra, und ein paar Poren, die die Sonnenflecken umgeben.

Mit der Baader 2.25x Barlow bei 2,7 m mit Bresser AR127/1200L und QHY 5-III 462M

Andere Sonnenflecken

Wie erwartet nimmt die Granulation zum dunkler werdenden Rand der Sonne hin ab, aber Granulation und Fackelgebiete sind sichtbar.

Abschließende Überlegungen: Das Fazit zum Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisms Mark II

Wenn man über die Verwendung des Baader Herschel Prismas reflektiert (letztes Wortspiel, versprochen), geht es nicht nur um die technische Exzellenz des Produkts, sondern auch um das praktische Arbeiten damit. Ob Sie nun ein erfahrener Astronom oder ein Hobbyastronom sind, das Baader Prisma bietet Ihnen einen Einblick in die Dynamik unserer Sonne mit unübertroffener Schärfe und Sicherheit. Es ist eine Investition, die sich bei jedem Einsatz auszahlt und jedes Mal mehr von den Geheimnissen der Sonne enthüllt.

Nach zahlreichen Beobachtungen mit dem Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschel Prisma Mark II kann ich mit Überzeugung sagen, dass dieses Gerät die Sonnenbeobachtung und -fotografie für mich grundlegend verändert hat. Vom Auspacken, das Zeugnis davon ablegt, wie wichtig Qualität und Kundenzufriedenheit für Baader sind, bis hin zum tatsächlichen Einsatz am Teleskop, wo es bewundernswerte Leistungen erbringt, spürt man die Präzision, Leidenschaft und Sorgfalt bei der Herstellung des Herschelkeils. Es erfüllt die hohen Anforderungen an Qualität und Funktionalität kompromisslos.

Die einfache Bedienung in Verbindung mit dem pädagogischen Wert des ausführlichen Handbuchs macht es für Anfänger zugänglich, während seine fortgeschrittenen Funktionen die Anforderungen erfahrener Astronomen erfüllen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind beruhigend, die Verarbeitungsqualität ist tadellos, und die Bildergebnisse sind außergewöhnlich. Im Bereich der Sonnenbeobachtung, wo der Grat zwischen Qualität und Sicherheit der Ausrüstung oft schmal ist, sticht das Baader Herschel Prisma hervor. Es ist eine Investition, die nicht nur Ihren Blick auf die Sonne verbessert, sondern auch Ihr Verständnis der Sonnenastronomie bereichert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Baader Herschel Prisma nicht nur ein Ausrüstungsgegenstand ist, sondern ein Tor zur feurigen Größe der Sonne, ein Schutzschild gegen ihre Macht und ein Lehrmeister für ihre Dynamik. Für jeden, der sich ernsthaft mit Sonnenastronomie beschäftigt, ist dies nicht nur eine empfehlenswerte Anschaffung, sondern ein Muss.

Weitere Informationen zum Produkt finden Sie im Folgenden:

Baader 2" Cool-Ceramic Safety Herschelprisma Mark II (Visuell / Fotografisch) (verschiedene Versionen / Varianten erhältlich)

Baader Q-Barlow 1.3x / 2.25x (#2956185 , € 55,-)

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