Die Teleskop-Ausrüstung für die Mars-Opposition

Tipps für die visuelle Beobachtung zur Marsopposition 2020

Die Beobachtungen der Marskanäle im 19. Jahrhundert erfolgte mit Teleskopöffnungen von 30 bis 50 Zentimeter. Teleskope mit ähnlich großen Öffnungen (wie das Celestron C14, oder die PlaneWave CDK 12,5- und 20 Zoll) sind heute durchaus in der Reichweite von Amateurastronomen. Vielleicht gelingt Ihnen ja die Sichtung des großen Canyon Valles Marineris?

Damit Sie bei der Jagd nach feinen Details auf dem Roten Planeten Erfolg haben, haben wir hier einige Tipps für Sie zusammengestellt.

Teleskop und Zubehör:

  • Bringen Sie Ihr Teleskop zur Anpassung der Optik an die Außentemperaturen ausreichende Zeit vor Beobachtungsbeginn ins Freie, um instrumentelles Seeing möglichst gering zu halten. Anfang Oktober können die Temperaturen um Mitternacht schon recht kühl sein. Steht ihr Teleskop in einer Kuppel oder Klappdachhütte, öffnen Sie diese rechtzeitig.
  • Wenn Sie Spiegelteleskope für die Marsbeobachtung einsetzen, stellen Sie sicher, dass das optische System möglichst perfekt kollimiert ist. Dass die Teleskopoptik möglichst sauber und staubfrei sein sollte, speziell die Schmidtplatte von SC Teleskopen, gilt für alle Arten der visuellen Beobachtungen.
  • Achten Sie auch darauf, dass die Augenlinsen ihrer Okulare sauber und fettfrei (Schlieren) sind. Die Oberflächenstrukturen auf dem Mars sind meist kontrastarm und können durch Schmutz leicht übersehen werden.
  • Für Planetenbeobachtungen gilt die alte Faustregel, dass die Normalvergrößerung in etwa dem 1,5 fachen der Teleskopöffnung entsprechen sollte. Höhere Vergrößerung mindern den Kontrast der subtilen Oberflächenstrukturen.

Der Beobachter:

  • Achten Sie unbedingt bei der Beobachtung auf eine bequeme Körperhaltung bei ihrer Beobachtung. Auf den Zehenspitzen zu balancieren oder ein verdrehter Kopf sind kontraproduktiv.
  • Anders als bei Mondbeobachtungen, wo die Kontraste sehr hoch sind, sind die Details auf der Marsoberfläche kontrastarm und fallen nicht auf den ersten Blick ins Auge. Beginnen Sie ihre Beobachtung mit schwächerer als der maximale Vergrößerung zum "Einschauen". Beobachten Sie dann mit ihrer maximalen Vergrößerung, gönnen Sie ihren Augen regelmäßig eine Erholungspause, indem Sie entspannt in die Ferne blicken.
  • Beginnen Sie mit ihren Beobachtung möglichst früh vor dem eigentlichen Oppositionstermin am 14. Oktober, um sich kontinuierlich in die Beobachtung in einzugewöhnen.

Die amerikanische Zeitschrift Sky&Telescope bietet Lesern auf ihrer Website zwei Hilfsmittel für Marsbeobachtungen an.

Unter dieser URL (https://is.gd/Marsprofiler) zeigt Ihnen nach Eingabe von Datum und Uhrzeit eine Marskarte mit den sichtbaren Oberflächenstrukturen, sowie einige aktuelle Daten wie z.B. den Zentralmeridian und den scheinbaren Durchmesser. Unter dieser URL (https://is.gd/MarsMoons) werden nach Eingabe der Beobachtungsdaten die Positionen der beiden Marsmonde Phobos und Deimos berechnet.

Im April 2014 gelang Mario Weigand (Skytrip.de) diese Nahaufnahme des Mars - mit einem C14 und dem Baader FFC.

Im April 2014 gelang Mario Weigand (Skytrip.de) diese Nahaufnahme des Mars - mit einem C14 und dem Baader FFC. Mehr zur Mars-Oppostion 2020

Generell sollte ein Teleskop mindestens 100mm Öffnung haben – mehr ist besser, da die Planeten klein sind und die maximale sinnvolle Vergrößerung vom Durchmesser des Teleskops abhängt. Als Richtwert entspricht die sinnvolle Höchstvergrößerung der 1,5 mal Öffnung in Millimetern.

Vergrößerungen von 200x bis 300x lohnen sich bei der Marsbeobachtung.

Wenn unsere eigene Erdatmosphäre es zulässt, kann auch gerne höher vergrößert werden. Je größer die Öffnung eines Teleskops ist, desto mehr Details kann es auflösen. Kein Wunder also, dass Schmidt-Cassegrains bei Planetenfotografen so beliebt sind: Sie vereinen eine große Öffnung und Brennweite mit einer kompakten Bauform, sodass keine extrem schwere und teure Montierung nötig ist, um das Teleskop stabil zu tragen.

Azimutale Montierung oder parallaktische Montierung

Ob Sie eine azimutale Montierung verwenden, die in kürzester Zeit aufgebaut ist, oder eine parallaktische, die optimal für die Fotografie ist, bleibt am Mars Geschmackssache – für die Planetenfotografie können Sie sogar eine azimutale Montierung verwenden. Wichtig ist nur, dass Sie eine Nachführung hat: Dann bleibt der Planet auch bei höchster Vergrößerung im Bildfeld, und Sie können ganz entspannt beobachten.

Nützliches Zubehör für die Marsbeobachtung

Hohe Vergrößerungen erreichen Sie mit kurzbrennweitigen Okularen

Orthos sind auch heute noch die erste Wahl für Planetenbeobachter, da sie mit wenigen Linsen ein helles, kontrastreiches Bild liefern; moderne Weitwinkelokulare wie die Morpheus-Okulare stehen ihnen dabei kaum nach und bieten zugleich einen komfortableren Einblick bei größerem Gesichtsfeld – kosten aber auch mehr.

Durch das relativ kleine Eigengesichtsfeld von ca. 50 Grad sind die klassischen orthoskopischen Okulare relativ preiswert. Klappbare Augenmuscheln zur Abschirmung von Fremdlicht sind absolut empfehlenswert. Mit einer guten Barlowlinse lässt sich die Vergrößerung zusätzlich steigern oder auf einen Wert bringen, der zur Pixelgröße eines Videomoduls für die Planetenfotografie passt. Für höchste Ansprüche und Vergrößerungen sollten Sie zum Fluorit Flatfield Converter (FFC) / 3x-8x – Weltbeste Barlowlinse (#2458200, € 632,64) greifen.

Der Baader Q-Turret Okularsatz (Okularrevolver, 4x Classic Ortho, 1x Q-Barlow 2.25x) (#2957000, € 242,72) ist eine sehr gute Wahl. Der Okularrevolver erlaubt eine schnellen Wechsel der Vergrößerung.

Besonders interessant für die Marsbeobachtung ist unser Planeten-Bundle: die neue QHY 5-III-462C CMOS Planetenkamera mit dem Baader Q-Turret Okularsatz für EUR 482,52. Der Q-Turret Okularsatz bietet eine außergewöhnliche Schärfe und Kontrast, 50° Eigengesichtsfeld, scharfe Feldblenden, parfokal, echte Hochtransmissions- (HT) und Mehrfachvergütung auf allen Luft-Glas-Flächen, dazu maximalen Bedienkomfort und (in Kombination mit der Barlow-Linse) ein breites Spektrum an Vergrößerungen in einem Satz: 2,7mm, 4,6mm, 6mm, 8mm, 14mm, 18mm, 32mm. Mit einem Dreh wechseln Sie zwischen den drei hochwertigen Classic-Ortho-Okularen, die wegen ihrer Bildschärfe die erste Wahl von Planetenbeobachtern sind, und der QHY. Ebenfalls im Set: Ein 32mm Classic Plössl und eine 2,25x Barlow. Der Komfort eines Zoom-Okulars vereint mit der Qualität von Festbrennweiten!

Farbfilter helfen dabei, kontrastarme Details besser hervorzuheben

Für Oberflächendetails auf dem Mars haben sich Rot- und Orangefilter bewährt. Die Rot- und Gelborangefilter ergeben eine allgemeine Kontraststeigerung der dunklen Oberflächenstrukturen gegenüber dem rötlichen Marshintergrund. Blautöne in der Atmosphäre (z.B. Wolken und Dunst) werden geblockt und die roten Farbtöne hervor gehoben. Grünfilter verstärken den Kontrast der Polkappen, CO2-Raureif und ggf. von Staubstürmen. Blau- und Violettfilter zeigen hauptsächlich Strukturen der dünnen Marsatmosphäre wie Dunst, Wolken und das violett clearing (Dunstschichten am Terminator). Rötliche Strukturen erscheinen dunkler. Besonders komfortabel wird der Filterwechsel mit einem Filterschieber oder -rad.

Der Orange-Filter ist das klassische Baader "Mars-Glas" und bietet die beste Kontraststeigerung am Planet Mars. Den Namen "Mars-Glas" für diesen Filter prägte Carl Zeiss vor über 100 Jahren. Der Baader Orange-Filter ist beidseitig optisch poliert und hat eine 7-lagige, hochwertige Mehrfach-Vergütung. So liefert er die höchste erreichbare Brillanz auch bei höchster Vergrößerung.

Celestron Zubehör: NexImage Burst Monochrome CMOS Fotoset

Eine hervorragende Möglichkeit für den Einstieg in die Planetenfotografie bietet Ihnen das NexImage Burst Monochrom CMOS Fotoset von Celestron, das anlässlich zur diesjährigen Mars-Opposition zum Sonderpreis angeboten wird.

Es besteht aus der NexImage Burst Monochrom (Aptina Chip) inkl. Skyris Filterrad und dem 1¼" LRGB Filtersatz für monochrome CCD-Kameras, um auch Farbfotos auszuzeichnen. Mit der NexImage Burst Solar System Kamera können Sie hochaufgelöste Bilder von Sonne, Mond und Planeten aufnehmen. Diese innovative Kamera ist benutzerfreundlich, sodass sie auch für Einsteiger geeignet ist, gleichzeitig hat sie einen der besten CMOS-Sensoren für die Planetenfotografie. Schwarz-Weiß-CCD-Kameras müssen mit mehreren Filtern kombiniert werden, um Farbbilder zu ermöglichen – mit den hochwertigen Farbfiltern dieses Sets gewinnen Sie die nötige Farbinformation, ohne dass die Kamera Empfindlichkeit verliert. Mit dem Skyris Filterrad kann bequem zwischen verschiedenen im Set enthaltenen Farbfiltern gewechselt werden, ohne Kamera oder Teleskop zu bewegen.

Der Baader FlipMirror II Zenitspiegel mit seinen beiden M48/T-2-Anschlüssen ist ideal geeignet, um die Planetenfotografie einfacher zu machen. Erfahren Sie mehr über die Planetenfotografie mit dem Baader FlipMirror II.

Entspanntes Beobachten mit Binokularen

Entspanntes Beobachten wird mit einem Binokularansatz (zum Beispiel mit unseren Baader MaxBright® II Binokular ) möglich. Wir nutzen tagsüber zwei Augen, warum sollte man am Nachthimmel darauf verzichten?

 

Denken Sie auch an den Zenitspiegel

Oft liegt ein schlechtes Bild nicht am Teleskop, sondern am mitgelieferten, einfachen Zenitspiegel. Wir bieten eine Reihe von Spiegeln und Prismen an. Besonders interessant, wenn Sie sowohl fotografieren als auch visuell unterwegs sind: Mit dem Baader FlipMirror II Zenitspiegel (#2458055, € 190,09) können Sie in Sekundenschnelle vom Okular zur Kamera wechseln, und er lässt sich natürlich mit Filterschiebern/rädern kombinieren.

Für Deep-Sky- und Planetenfotografen haben wir anlässlich der Mars-Opposition ein hochwertige Foto-Bundle mit der neuen QHY 5-III-462C CMOS Kamera (#1931026, € 365,55) – einer RGB Single Shot Farbkamera mit hoher Quanteneffizienz und gleichzeitig hoher Empfindlichkeit im nahen infraroten Spektralbereich – zusammengestellt: Zentrieren Sie einen Planet im Okular und wechseln Sie mit dem Klappspiegel zur QHY für die Planetenfotografie - oder schließen Sie die QHY an den Off-Axis-Guider an und verwenden sie als Autoguider für Deep-Sky-Aufnahmen mit einer DSLR oder CCD-Kamera! Die QHY-5-III-46sC ist im Set mit Baader FlipMirror II Zenitspiegel und Off Axis Guider für Baader FlipMirror II (BFM-OAG) als (DSLR) Foto-Bundle für EUR 657,99 erhätlich.

Die Firma Baader Planetarium bietet ihren Kunden zur Marsopposition 2020 Produkte in "Bundle" Angeboten mit entsprechend günstigen Preisen an.

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