Die Okularserien von Baader Planetarium

 

Das Okular ist die halbe Optik – und jedes Teleskop ist nur so gut wie sein schwächstes Glied. Daher bietet Baader Planetarium nicht nur hochwertige Zenitspiegel und -prismen an (die wir in diesem PDF vorstellen), sondern auch mehrere Reihen von Okularen. Jede hat ihre Besonderheiten, die wir Ihnen hier einmal kurz vorstellen wollen. Nebenbei sind sie in das Baader Zubehör-Programm fest integriert und bieten interessante Lösungen für die Okularprojektion und die binokulare Beobachtung.

Die Reihen im Überblick

 

Classic Hyperion® Morpheus®
Ortho/Plössl Aspheric Modular Zoom
Brennweite 6 / 10 / 18 / 32 31 / 36  5 / 8 / 10 / 13 / 17 / 21 / 24 8-24 (mit Barlow 3,6-10,7) 4,5 / 6,5 / 9 / 12,5 / 14 / 17,5
Gesichtsfeld 50-52° 72° 68° 48-68° 76°
Steckhülse 1,25" 1,25"+ 2" 1,25"+ 2" div. Gewinde 1,25" + 2" 25" + 2"
Kameraanschluss ja ja ja ja
Planeten +++ + ++ ++ +++
Weitfeld + +++ ++ ++ +++
Bino-tauglich ja ja ja ja ja

Classic Ortho/Plössl

Die günstigste – oder besser preiswerteste – Okularreihe sind die Classic Ortho/Plössl Okulare, die einzeln oder im Set mit einem Okularrevolver und einer Barlowlinse erhältlich sind. Dieses Komplett-Set wurde bewusst als Alternative zu den gängigen Okularkoffern geschaffen, damit auch Einsteiger von Anfang ein hochwertiges und durchdachtes Set erhalten. Hier gibt es kein sinnloses Zubehör, das den Preis hochtreibt und doch kaum genutzt wird.

Die Reihe besteht aus einem

Damit deckt der Okularsatz alle Vergrößerungen ab, die an Teleskopen mit 1,25"-Okularstutzen sinnvoll sind:

  • Das 32mm Plössl bietet das größtmögliche wahre Bildfeld, das in einen 1,25"-Okularstutzen hineinpasst. Längere Brennweiten würden zwar ein helleres Bild liefern, aber kein größeres Bildfeld – dafür jedoch den berühmten, unangenehmen "Tunnelblick". Die 50° des 32mm Plössl erlauben ein angenehmes Beobachten.
  • Die Orthoskopischen Okulare sind auch heute noch die erste Wahl von Planetenbeobachtern, da sie in der Bildmitte die höchste Schärfe erreichen. Die geringe Anzahl von Linsen zusammen mit moderner Vergütung sorgt für ein helles, kontrastreiches Bild auch bei höchster Vergrößerung.
  • Die Barlowlinse liefert zwei Vergrößerungsfaktoren: In der Standardkonfiguration 2,25x, und alternativ 1,3x, wenn das Barlow-Element genau wie ein Filter in das Okular geschraubt ist. Damit passt sie nicht nur zu vielen modernen Planetenkameras, sondern auch in den Q-Turret Okularrevolver, an dem sie wieder 2,25x liefert.
  • Der Baader Q-Turret Okularsatz (Okularrevolver, 4x Classic Ortho, 1x Q-Barlow 2.25x)Baader Q-Turret Okularsatz (Okularrevolver, 4x Classic Ortho, 1x Q-Barlow 2.25x) Baader Q-Turret Okularsatz (Okularrevolver, 4x Classic Ortho, 1x Q-Barlow 2.25x) (#2957000, € 280,-)   macht aus dem Okularsatz praktisch ein Zoom-Okular mit der kompromisslosen optischen Qualität von Festbrennweiten-Okularen. Er funktioniert an Schmidt-Cassegrains und Refraktoren sowie an Newton-Teleskopen mit rund 40mm Backfokus – das entspricht oft etwa dem Lichtweg, den die Verlängerungshülse vieler Newtons für den visuellen Betrieb hat, und die sonst nur für die DSLR-Fotografie entfernt wird.

Das Okulardesign ist altbewährt, aber nicht veraltet: Da nur wenige Linsen verbaut sind, ist ein sehr helles, klares Bild möglich. Zeitgemäße Anpassungen steigern den Beobachtungskomfort: Beim Plössl mit seinem großen Augenabstand hilft eine abnehmbare Verlängerung dabei, den Einblick zu finden und zu halten – egal ob mit Brille oder ohne. Die umklappbare Gummiaugenmuschel schützt vor Streulicht ebenso wie vor Kratzern an der Brille, und das kegelförmige obere Ende der orthoskopischen Okulare ermöglicht einen bequemen Einblick. Als Besonderheit haben die Orthos mit 52° ein für diese Bauform ungewöhnlich großes Gesichtsfeld – deutlich mehr als klassische Orthos, sodass sie auch bei der Deep-Sky-Beobachtung Spaß machen!

Die Classic-Okulare sind für qualitätsbewusste Einsteiger ebenso wie für preisbewusste Profis die ideale Wahl, denen Bildqualität wichtiger ist als ein riesiges Bildfeld! Sie bieten die Schärfe und den Kontrast, die für die Planetenbeobachtung wichtig sind, zusammen mit einem größeren Gesichtsfeld als üblich.

Technische Daten zu den Classic Orthos finden Sie hier: PDF mit technischen Daten

Mit der abnehmbare Augenmuschel-Verlängerung des 32mm Plössl findet sich mit und ohne Brille ein bequemer Augenabstand.

Die Augenlinse der Orthos steht "frei", sodass das Auge nah am Okular platziert werden kann und zugleich ausreichend Platz für die Wimpern ist.

Die Hyperion®-Okulare

Die Hyperion®-Okulare sind die Allrounder unter unseren Okularen: Bei rund 68° Gesichtsfeld stört bei diesen Weitwinkelokularen der Bildfeldrand nicht mehr. Außerdem bieten sie mehr Konfigurationsmöglichkeiten als typische Weitwinkelokulare – bis hin zu Brennweitenveränderung und Fotografie.

Zu dieser Reihe gehören drei Okulartypen:

Allen Hyperion®-Okularen sind der gutmütige Einblick und die Möglichkeit zur Kameraadaption gemein.

Fotofreunde können ein Kameragehäuse am Okular verkippungsfrei und lichtdicht adaptieren.

Die beiden 31- und 36mm-Aspheric-Okulare ( 31mm Hyperion Aspheric 2" Okular31mm Hyperion Aspheric 2" Okular 31mm Hyperion Aspheric 2" Okular (#2454631, € 195,-) / 36mm Hyperion Aspheric 2" Okular36mm Hyperion Aspheric 2" Okular 36mm Hyperion Aspheric 2" Okular (#2454636, € 205,-) ) sind leichte und kompakte 2"-Übersichtsokulare, die durch die asphärische Linsenkonstruktion zahlreiche Abbildungsfehler einfacherer Weitwinkelokulare auf einmal beheben: Die Schärfe wird über das gesamte Bildfeld erreicht, und die Verzeichnung wird auf ein Minimum reduziert.
Obwohl es sich um echte 2"-Okulare handelt, lässt sich als Besonderheit die 2"-Steckhülse durch eine 1,25"-Steckhülse ersetzen. So lässt sich das Okular auch an kleineren Teleskopen benutzen und bietet ein größeres Bildfeld als eigentlich möglich, da die Feldblende weit hinter dem Engpass des 1,25"-Stutzens liegt. Dieser Trick wurde auch bei den Eudiaskopischen Okularen von Baader verwendet. Aber Vorsicht: Bei günstigen Teleskopen liegen oft Amiciprismen bei, die noch weniger freie Öffnung haben – mit einem Hyperion® sehen Sie erst, wie viel Leistung diese unterdimensionierten Prismen schlucken!

Baader Hyperion Okular mit MaxBright BinoRichtig Spaß macht die 1,25"-Adaption an einem Binokularansatz: Die Okulare sind schlank genug für beide Augen und zeigen das maximale Bildfeld, das in einem Binokularansatz zu sehen ist.

Weitwinkel am Binokular: Die Aspheric-Okulare passen mit der 1,25"-Steckhülse auch an einen Binokularansatz.

Baader Hyperion Okulare: Variable Brennweiten mit Feintuning-Ringen

Variable Brennweiten mit Feintuning-Ringen

Die modularen 68°-Hyperion®-Okulare haben ein duales Gehäuse: Sie lassen sich als 1,25"- wie auch als 2"-Okulare verwenden. An der optischen Leistung ändert sich nichts, Sie haben die freie Wahl des Anschlusses – bei diesen Brennweiten sind 2" optisch unnötig, bieten aber besseren Halt und ersparen ggf. einen Adapter. Als Bonus genügen die preiswerten 1,25"-Filter; falls Sie 2"-Filter haben, verwenden Sie einfach das 2"-Filtergewinde, das die meisten Reduzierstücke von 2" auf 1,25" ohnehin haben.

Eine interessante Eigenheit der modularen Hyperion®-Okulare (von 5 bis 21 mm) ist ihr teilbares Gehäuse: Die 1,25"-Steckhülse mit dem darin integrierten Optik-Element lässt sich entfernen. Sie können dann entweder nur die obere Hälfte verwenden und haben ein Okular mit rund 30 mm Brennweite (je nach Modell – auch wenn ein echtes 30-mm-Okular ein besseres Bild liefern wird) – oder Sie setzen einen Hyperion® Finetuning-Ring oder ein 2"-Filtergehäuse (mit oder ohne Filter) ein, bevor Sie die 1,25"-Steckhülse wieder ansetzen: So verkürzen Sie (ähnlich wie bei einem Zoom-Okular) die Brennweite und können das Okular auf die Brennweite bringen, die Ihnen noch fehlt. Wenn Sie zum Beispiel ein sehr kurzbrennweitiges Weitwinkelokular mit 2,6 mm Brennweite suchen, können Sie das 5 mm Hyperion® mit dem 14 mm und dem 28 mm Finetuningring kombinieren. Der bequeme Einblick des Okulars und seine Abbildungseigenschaften bleibt erhalten! Nur im Fall des 24 mm Okulares befindet sich (wie bei den beiden Aspheric) keine Optik in der 1,25"-Steckhülse, hier dient sie nur als rein mechanische 1,25"-Adaption – alle anderen Okulare lassen sich anpassen.

Das Hyperion Universal Zoom Mark IV, 8-24mm Okular (1¼" / 2")Hyperion Universal Zoom Mark IV, 8-24mm Okular (1¼" / 2") Hyperion Universal Zoom Mark IV, 8-24mm Okular (1¼" / 2") (#2454826, € 275,-) deckt den Brennweitenbereich von 8-24 mm ab. Besonders wichtig: Im Gegensatz zu vielen anderen Zoom-Okularen ist das Bildfeld bei höchster Vergrößerung auch am größten, statt immer kleiner zu werden. Sie sehen bei höchster Vergrößerung also nicht nur einen kleinen Bildausschnitt! Gleichzeitig ist es unser vielseitigstes Okular: Es passt nicht nur an jedes Teleskop, sondern auch viele Spektive von Celestron, Kowa, Zeiss und vielen anderen Herstellern, auch solche mit Schraubgewinde!

Mehr dazu haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: "Die Kamera am Okular"

Okularprojektion – Mehr dazu im Blog-Beitrag: "Die Kamera am Okular"

Allen Hyperion®-Okularen gemein ist ihre Eignung zur Okularprojektion oder Digiskopie – über die integrierten M43- und SP-54-Gewinde Sie können Kameras mit oder ohne Objektiv anschließen und so durch das Okular fotografieren. Mehr dazu haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: "Die Kamera am Okular", sowie in diesem PDF: Digiskopie - Kameradaptionen für afokale Fotografie und Okularprojektion

Fazit: Die Hyperion sind ideal für alle, die gute Allround-Okulare mit gutem Preis-Leistungsvermögen suchen. Der Gewinn an Bildfeld und Beobachtungskomfort im Vergleich zu Standard-Beipack-Okularen ist eindrucksvoll.

Technische Daten zu den Hyperion® Okularen finden Sie hier: PDF mit technischen Daten

 

Morpheus® – kompromisslose Weitwinkel-Qualität

Die Baader Morpheus 76° Okulare

Die neueste Reihe von Baader-Okularen sind die Morpheus, in deren Optikdesign die aktuellsten Erfahrungen und Entwicklungen eingeflossen sind. Das Spacewalk-Feeling – das Gefühl, in das Universum einzutauchen, ohne vom Bildfeldrand eingeengt zu werden – wird durch den großzügigen Augenabstand von rund 20mm, die große Augenlinse und das 76° große Bildfeld erreicht. Statt das Bildfeld künstlich auf 100° oder mehr aufzublasen, wurde Wert auf ein überaus scharfes Bildfeld ohne merkbare Verzeichnung gelegt. Bei der Planetenbeobachtung in der Bildmitte wetteifern die Morpheus® in Schärfe und Kontrast mit unseren besten je gebauten Zeiss Abbe Ortho (ZAO) I und II Okularen, bieten aber ein wesentlich größeres Bildfeld. Wenn bei hoher Vergrößerung ein "knackscharfer" Jupiter zwischen den Sternen schwebt, ist das ein beeindruckender Anblick – und noch mehr im Binokular! Die Morpheus® vereinen die Abbildungsqualitäten von Planetenokularen mit dem Beobachtungsgefühl von Weitwinkelokularen. Ein Traum von einem Okular!

Faltbare Augenmuschel angeschraubt am M43 Gewinde der beigelegten M43 Verlängerung

Faltbare Augenmuschel angeschraubt am M43 Gewinde der beigelegten M43 Verlängerung

Dank der großen Augenlinsen ist das Bild auch für Einsteiger leicht zu finden – das ist nicht nur wichtig für öffentliche Beobachtungen z.B. auf Volkssternwarten, sondern garantiert auch erfahrenen Beobachtern einen entspannten Einblick. Ein neuer Weg wurde bei der umklappbaren Augenmuschel gegangen, die gegenüber der ersten Produktionsserie noch einmal verbessert wurde. Die runde, weiche Augenmuschel schmiegt sich an das Auge an und kann für Brillenträger umgeklappt werden; wer es stabiler will, kann die mitgelieferte M43-Verlängerung aus Metall zwischenschrauben. Und speziell für den Einsatz am Binokular liegt eine geflügelte Augenmuschel bei, die effektiven Schutz vor Streulicht bietet. So können Sie das Okular an Ihre Bedürfnisse anpassen!

Während die inneren Werte auf den ersten Blick überzeugen, herrscht beim Gehäuse Understatement: Statt mit schierer Größe Eindruck zu schinden, wurde aus Hart-Aluminium ein möglichst schlankes und dennoch stabiles Gehäuse geschaffen. Es ist leicht und schlank, ideal für den Einsatz mit einem Binokularansatz. Eine Gummierung sorgt für guten Griff, und die kombinierte 1,25"/2"-Steckhülse ist mit Safety-Kerfs versehen. Diese vielen kleinen Rillen sorgen für besseren Halt im Okularauszug. Die klassische Sicherungsnut ist bei vielen Beobachtern zurecht in Ungnade gefallen, da sie oft zu tief ausgeführt ist oder so ungünstig positioniert ist, dass der Klemmmechanismus des Okularauszugs zu Verkippung führt. Die Safety-Kerfs umgehen dieses Problem und sorgen für sicheren Halt, selbst wenn über das M43-Anschlussgewinde eine Kamera angeschlossen ist. Über die mitgelieferte M43-Verlängerung können Kameras mit M43-Gewinde (z.B. Panasonic und Sony) direkt angeschlossen werden, ohne dass die Linsen von Objektiv und Okular einander berühren. Auch ein Adapter auf das T-2-System ( Hyperion / Morpheus® T-Adapter M43/T-2 (#2958080 , € 19) ) kann für die Okularprojektion angeschlossen werden.

Die Bildebene liegt direkt am Übergang zur 1,25"-Steckhülse. Damit sind die Okulare für alle Geräte mit knapper Fokuslage geeignet – für Spektive mit 1,25"-Anschluss ebenso wie für langbauende H-alpha-Ansätze. Nur beim 17,5mm Okular liegt die Feldblende minimal tiefer im Gehäuse, trotzdem funktioniert es an den meisten Spektiven perfekt.

Baader Morpheus OkularholsterDie Morpheus®-Okulare sind außerdem die Okulare mit dem umfangreichsten Zubehör. Aus der Praxis geboren sind die Aufbewahrungstaschen, die zugleich als Gürtelholster fungieren: So haben Sie die Okulare immer griffbereit, falls keine Ablagemöglichkeit zur Verfügung steht, und Sie haben sie windgeschützt unter der Jacke am warmen Körper – ein gutes Mittel gegen Taubeschlag! Am Gürtelholster kann auch ein kleiner Clip befestigt werden, über den Sie blind ertasten können, welches Okular in der Tasche ist. Wenn die Okulare einige Zeit im Licht lagen, leuchtet die Beschriftung längere Zeit nach, sodass Sie ohne Taschenlampe sehen, welche Brennweite Sie vor sich haben.

Morpheus®-Okulare mit intensiver Lumineszenzbeschriftung: Ein kurzer Strahl mit einer Taschenlampe reicht aus, um bis zu 3 Minuten intensiver Leuchtkraft zu erzeugen. Die Okulare können in völliger Dunkelheit auch am Boden liegend leicht identifiziert werden.

Morpheus®-Okulare mit intensiver Lumineszenzbeschriftung: Ein kurzer Strahl mit einer Taschenlampe reicht aus, um bis zu 3 Minuten intensiver Leuchtkraft zu erzeugen. Die Okulare können in völliger Dunkelheit auch am Boden liegend leicht identifiziert werden.

 

Die Morpheus®-Okulare wetteifern bei der Planetenbeobachtungen mit unseren besten Zeiss-Ortho-Okularen. Gleichzeitig bieten sie das ersehnte Spacewalk-Gefühl, ohne das Bild zu verzerren. Preislich liegen sie nur wenig über einfacheren Weitwinkelokularen – in der Abbildung weit darüber.

Technische Daten zu den Morpheus® Okularen finden Sie hier: PDF mit technischen Daten

Zubehör für Okulare

Natürlich sind die Okulare von Baader Planetarium sofort einsatzfähig. Je nach Einsatzzweck gibt es aber interessantes Zubehör, das hier kurz erwähnt werden soll.

Augenmuscheln

Die passende Augenmuschel ist für den Beobachtungskomfort sehr wichtig. Das gilt insbesondere für Beobachter ohne Brille, da so das Auge in der richtigen Position und dem richtigen Abstand über dem Okular gehalten wird. Bei der binokularen Beobachtung schützt eine geflügelte Augenmuschel vor seitlichem Streulicht – diese Augenmuscheln gibt es auch für andere Okulardurchmesser an. Beobachter mit Brille können die Augenmuschel einfach umklappen und schützen so die teure Brillengläser vor Kratzern durch das Metallgehäuse des Okulars.
An das M43-Gewinde der Hyperion®- und Morpheus®-Okulare lassen sich verschiedene Augenmuscheln befestigen. Die Augenmuschel Faltbare Morpheus® Augenmuschel mit M43-Anschraubgewinde (#2454655 , € 16) (die zum Standard-Lieferumfang der Morpheus®-Okulare gehört) besitzt sogar ein Gewinde zum Aufschrauben auf die Hyperion® und Morpheus®-Okulare – so kann sie nicht verloren gehen. Mit der M43-Verlängerung Hyperion / Morpheus® M43 Verlängerung (#2954250 , € 20) (die ebenfalls zum Lieferumfang der Morpheus® gehört) gibt es eine robuste Metallhülse, die zwischen Okular und Augenmuschel geschraubt werden kann, um einen längeren Augenabstand zu ermögichen.

Steckhülsen-Verlängerungen und Stellringe

Die Steckhülsen der Okulare lassen sich bei Bedarf verlängern. So können Sie alle Ihre Okulare homofokal einstellen und ersparen sich das Nachfokussieren, wenn Sie zwischen verschiedenen Designs wechseln.

Vor allem bei Okularen mit kombinierter 1,25"- und 2"-Steckhülse unterscheidet sich die Fokuslage deutlich, je nach verwendetem Adapter. Es kann hier bequemer sein, den 1,25"-Stutzen zu verwenden – oder ihn mit dem Pushfix Reduzierstück 2" auf 1¼" (T-2 Bauteil #15a)Pushfix Reduzierstück 2" auf 1¼" (T-2 Bauteil #15a) Pushfix Reduzierstück 2" auf 1¼" (T-2 Bauteil #15a) (#2408151, € 52,-) ebenfalls auf 2" zu bringen. Die Pushfix hat einen eigenen Anschlag an ihrer Oberkante. Ggf. können Sie den Okularanschlag auch mit dem Hyperion / Morpheus® 2" Finetuning Stellring (#2958027 , € 24) festlegen.

Der 2"-Stellring ist auch dann hilfreich, wenn Sie ein 2"-Prisma verwenden und sicher stellen sollen, dass das Okular (oder aufgeschraubte Filter) keinesfalls auf das Prisma stoßen. Bei Spiegeln und 1,25"-Prismen besteht dieses Risiko nicht.

Homofokalität ist bei der visuellen Beobachtung nur komfortabel, für die Fotografie ist sie fast unerlässlich: Planetenkameras haben ein kleines Bildfeld und meist eine andere Fokuslage als Ihre Okulare. Wenn das Bild zu unscharf ist, ist der Planet nach dem Wechsel vom Okular zur Kamera oft nicht einmal auf dem Kamerabild zu erkennen, und er ist schwer zu finden. Wenn Sie ein einfaches Okular auf die identische Fokuslage einstellen wie die Kamera, wird das Zentrieren auf der Kamera zum Kinderspiel. Dazu benötigen Sie den 1¼" Stoppring zur Fixierung der Einstecktiefe (T-2 Bauteil #30) (#1905131 , € 27) und eventuell die 1¼" Verlängerungshülse mit beidseitigem 1¼" Filtergewinde (T-2 Bauteil #5) (#1905130 , € 19) , die einfach in das Filtergewinde des Okulars geschraubt wird.

Koma-Korrektor

Bei der Okularwahl für lichtstarke Teleskope wird oft gefragt, wie gut ein Okular damit funktioniert. Dabei wird eigentlich nicht gefragt, wie gut das Okular funktioniert, sondern ob es die Fehler eines einfachen Spiegels wie Koma und Bildfeldwölbung ausgleicht oder offenbart. Dazu müsste ein Okular einen eingebauten Komakorrektor besitzen – der an Teleskopen ohne Koma wie Refraktoren und Schmidt-Cassegrains oder langsamen Newtons neue Bildfehler einführen würde. Außerdem müsste dieser Korrektor dann in jedem Okular verbaut sein, was den Preis unnötig nach oben treibt.
Wesentlich sinnvoller ist es daher, den Komakorrektor im Okularauszug zu belassen und mit einer Okularklemme auszustatten. Diesen Weg eröffnet der MPCC V-1 Set – Zusammengesetzt2" MPCC V-1 Mark III Newton Komakorrektor - SET: Visuelle und Fotografische Version 2" MPCC V-1 Mark III Newton Komakorrektor - SET: Visuelle und Fotografische Version (#2458403, € 225,-) . Er ist für Kameras genauso geeignet wie für Okulare; über die mitgelieferten Adapter lassen sich praktisch alle 1,25"-Okulare im richtigen Abstand verwenden. Kleine Differenzen lassen sich über die fokussierbare Okularklemme korrigieren. Auch viele 2"-Okulare können verwendet werden; dann wird der MPCC in das Filtergewinde des Okulars eingeschraubt. Die richtigen Abstände für die Baader-Okulare finden Sie in der Anleitung des MPCC.

Okularprojektion

Projektions-Fotografie mit Baader Hyperion Zoom Mark IVDie besondere Eignung zur Fotografie durch das Okular ist ein Merkmal der Baader-Okulare. Mehr zu diesem umfangreichen Thema finden Sie in einem eigenen Beitrag: Die Kamera am Okular


Über den Autor

Alexander Kerste

Alexander Kerste ist von Haus aus studierter Biologe und arbeitet als Freiberufler unter anderem als Autor, Berater und Übersetzer. Nach dem Studium und der Veröffentlichung des Kosmos Sternkarten-Sets im Jahr 2004 war er unter anderem regelmäßiger freier Mitarbeiter bei Astronomie Heute und dem Jahrbuch Der Himmel für den Spektrum-Verlag in Heidelberg. Er betreut die Einsteigerkurse auf www.Astronomie.de und ist seit 1993 ehrenamtlich auf der Heilbronner Robert-Mayer-Sternwarte aktiv. Seitdem hat er eine Reihe von Büchern veröffentlicht, über Celestron-Teleskope ebenso wie über Digiskopie und zuletzt Astrofotografie. Eines seiner Bücher über Astronomie mit dem Fernglas ist auf freebook.fernglasastronomie.de auch frei zugänglich. Außerdem betreut er Nordlicht-und-Sterne-Reisen auf der Hurtigrute – auch diese wurden in einem Reiseführer verarbeitet, die Reiseberichte gibt es auch in seinem Blog auf kerste.de.

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