Jetzt lieferbar: QHY 5-III-462C

Geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden!


UPDATE 02.03.2018: Die erhöhte Nachfrage nach der QHY 5-III-462C CMOS Kamera (#1931026, € 365,55) haben wir bei weitem unterschätzt. Ab sofort ist die Kamera in ausreichender Stückzahl erhältlich.


Die neue QHY5III 462C - eine RGB Single Shot Farbkamera mit hoher Quanteneffizienz und gleichzeitig hoher Empfindlichkeit im nahen infaroten Spektralbereich zu einem attraktivem Preis

Die QHY 5-III-462C CMOS Kamera (#1931026, € 365,55) vereint eigentlich zwei CMOS-Kameras in einem Gehäuse. Wie gewohnt lassen sich mit ihr normale Single Shot Farbbilder der Planeten des Sonnensystems (auch von Sonne und Mond) aufnehmen. Aufgrund des extrem geringen Ausleserauschens lassen sich darüber hinaus auch RGB-Bilder von helleren DeepSky-Objekten bei kürzeren Belichtungszeiten mit der Lucky Imaging Technik aufnehmen.

Durch die hohe Quanteneffizienz des Sensors (siehe auch Kurve der spektralen Empfindlichkeit im nahen Infrarot (NIR)) lassen sich zusätzlich auch monochrome Bilder astronomischer Objekte im nahen Infrarot aufnehmen. Das umfasst auch Aufnahmen im Methan-Band bei 880 Nanometer.QHY 5-III-462C: erweitere IR-Empfindlichkeit (Herstellerangabe)

Baader Methanfilter 1¼" (889nm, 8nm)

Methanfilter 1¼" (889nm, 8nm) (#2458295, € 219,33)

Durch den Einsatz eines UV/IR Sperrfilters wird infrarotes Licht geblockt, die Kamera arbeitet dann im normalen RGB-Spektralbereich. Ersetzt man das UV/IR-Sperrfilter im Strahlengang durch ein IR-Kantenfilter, erhält man reine, monochrome Bilder im nahen infraroten Spektralbereich. Das ist dadurch möglich, dass die RGB-Farbfiltermatrix vor dem Sensor für infraroten Wellenlängen transparent ist. Die beiden Filter sind im Lieferumfang enthalten.

Dies macht die QHY 5-III-462C CMOS Kamera (#1931026, € 365,55) besonders interessant, denn im infraroten Spektralbereich liegt das Methanband bei einer Wellenlänge von 880 Nanometer. Aufgrund der hohen Quanteneffizienz des Sensors lassen sich zusammen mit dem Methanfilter 1¼" (889nm, 8nm) (#2458295, € 219,33) nun auch spektakuläre Bilder der äußeren Gasplaneten mit moderaten Teleskopöffnungen aufnehmen.

Das Bild zeigt den Planeten Jupiter in verschiedenen Spektralbereichen (alle Bilder aufgenommen im Primärfokus eines Celestron C14, Stacking 300/3.000 Bilder)

Das Bild zeigt den Planeten Jupiter in verschiedenen Spektralbereichen (alle Bilder aufgenommen im Primärfokus eines Celestron C14, Stacking 300/3.000 Bilder)

 

Der Kernbereich des Orionnebels im nahen Infrarot (gefiltert mit Schott RG 780 ab knapp 800 nm)

Der Kernbereich des Orionnebels im nahen Infrarot (gefiltert mit Schott RG 780 ab knapp 800 nm)

Ein weiterer Bereich der Infrarot-Fotografie betrifft das DeepSky Lucky Imaging von sehr jungen, helleren offenen Sternhaufen mit kurzen Belichtungszeiten. Die jungen Sterne "verstecken" sich oft noch in den sie umgebenden H-II Wasserstoffnebeln, denn das Licht der H-II Emission überstrahlt diese Sterne oft, da sie hauptsächlich im nahen Infrarotlicht leuchten. Das IR-Kantenfilter blockt das Licht der H-alpha Emission bei 656,28 Nanometer und lässt die jungen Sterne deutlicher hervortreten.

Ein Beispiel am nördlichen Sternhimmel ist der offene Sternhaufen im Zentrum des Orionnebels (Bild oben), dessen Sterne im nahen IR Bereich auch für Amateurastronomen sichtbar werden.

Ein weiteres Beispiel für die Möglichkeiten der QHY5III-462C zeigt das Bild von Messier 17, dem Omeganebel. In dem Beispiel wurde ein monochromes Bild, aufgenommen im Kontinuum, mit einer Aufnahme im NIR Bereich (800 - 1000nm) kombiniert. Das Kontinuum Bild wurde grün und das NIR Bild wurde rot kodiert.Ein weiteres Beispiel für die Möglichkeiten der QHY5III-462C zeigt das Bild von Messier 17, dem Omeganebel.

Alle roten Bilddetails strahlen hauptsächlich im infraroten Spektralbereich jenseits von 780 Nanometer. Grüne Bilddetails strahlen hauptsächlich im Kontinuum. Das Beispiel zeigt deutlich, in welchen Regionen von M17 aktive Sternenstehung stattfindet.

Hinweis zu den NIR Beispielbilder "Zentrum vom Orionnebel" und "M17 - der Omeganebel":

Das Bild vom Orionnebel und der NIR Anteil von M17 wurden vor langer Zeit mit einer SBIG ST-8 CCD Kamera aufgenommen. Der damals eingesetzte Sensor war im NIR bis etwa 1100nm empfindlich, allerdings nur mit einer QE um die 10%. Sie geben nur Beispiele und Anregungen, was mit der QHY 462C im NIR Bereich "machbar" ist.

Auch lässt sich im nahen IR Spektralbereich in die Randbereiche von Dunkelwolken "hineinschauen" und junge Sterne werden erkennbar, die im sichtbaren Spektralbereich unsichtbar bleiben. Objekte für solche Experimente wären zum Beispiel am nördlichen Sternenhimmel die Dunkelwolken im Sternbild Adler. Am südlichen Sternenhimmel gibt es sowohl für Sternhaufen als auch für Dunkelwolken dutzende von interessanten Objekten. Die Sensorgröße von 1920 x 1080 Pixel ist bei mittleren Brennweiten ausreichend groß, solche Objekte zu fotografieren.

Die neue QHY5III-462C als "Eierlegende Wollmilchsau" zu bezeichnen wäre vielleicht ein wenig übertrieben. Aber die Möglichkeit, wahlweise Bilder im RGB-Modus oder im nahen Infrarot aufzunehmen - zumal bei ihrem attraktiven Preis - macht die Kamera zu einem der interessantesten Produkte für die Amateurastronomie im Jahr 2020. Weitere Highlights der Kamera sind ihre Rohbilder mit extrem geringem Rauschen (<1e-) bei hoher Verstärkung und die hohe Bildfrequenz im Download. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sich die QHY5III-462C natürlich mit der internationalen SBIG ST4-kompatiblen 6-pin RJ11-Schnittstelle auch als reine Guiding-Kamera zur Nachführung einsetzen lässt.

 

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Wolfgang Paech

Über den Autor

Wolfgang Paech betreibt Astronomie seit nunmehr über 50 Jahren. Neben seinen zahlreichen Erfahrungen mit Sternwarten-Kuppeln aller Art sind seine Kerngebiete die Sonne und der Mond. Auf der Website www.chamaeleon-observatory-onjala.de finden Sie einen kompletten Mondatlas, aufgenommen mit seiner Standardtechnik. Aber auch in Sachen Deep-Sky und Planeten kann ihm, als langjährig erfahrenem Astrofotograf, niemand etwas vormachen.

Die 50+ Jahre Amateurastronomie mit vielen weiteren Bereichen, wie z.B. der Restaurierung historischer Amateurteleskope, Polarlichtreisen und vielem mehr sind auf seiner privaten Webseite unter www.astrotech-hannover.de aufbereitet.

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