Deep-Sky Fotografie mit dem FlipMirror II Zenitspiegel

Der Baader FlipMirror II Zenitspiegel (BFM II) in der Praxis

Der Baader FlipMirror II Zenitspiegel (#2458055, € 195,-) ist nicht nur ein Zubehörteil für „Experten“ sondern ein nützliches Tool, das jedem Hobbyastronomen – vor allem den Astrofotografen – die Arbeit erleichtert.

Zuallererst ist der BFM II dafür konstruiert, Ihren Standard-Zenitspiegel vollwertig zu ersetzen, sodass Sie weiterhin ganz normal beobachten können wie mit einem guten Zenitspiegel. Mit dem BFM II haben Sie jedoch zusätzlich alle Freiheit, sofort - oder nach und nach - Ihr eigenes Fotosystem zusammenzustellen und das zum sofortigen Gebrauch am Teleskop parat zu haben. Das erspart viel Zeit und Nerven. Wir möchten Ihnen in mehreren Blogposts in lockerer Reihenfolge die unzähligen Möglichkeiten dieses neuen Produktes näher bringen. Beginnen möchten wir mit dem Anwendungsgebiet, für das es sicherlich das meiste Interesse gibt: die Deep Sky Astrofotografie.

Die weiteren geplanten Blogpost zu Planetenfotografie, Spektroskopie, Justagemöglichkeit (sowie ggf. weitere Themen) werden im Laufe der nächsten Wochen/Monate veröffentlicht.


Hier sehen Sie einen Flip Mirror II, ausgestattet für die Astrofotografie

Deep Sky Fotografie mit Off Axis Autoguiding

Der FlipMirror II Zenitspiegel ist weit mehr als ein einfacher Klappspiegel, wie man ihn „von früher“ kennt. Dank des sehr hochwertigen, feinoptisch polierten Spiegels und des großen M48 Anschlussgewindes, sowie der vierseitigen Anschlussmöglichkeit bietet er völlig neue Möglichkeiten dem Astrofotografen das Hobby zu erleichtern.

Natürlich ist der Anschluss an jedes gewünschte Teleskop jeder Größe möglich. Ebenso verhält es sich mit Kameras. Es sind alle erdenklichen Kameramodelle sowohl DSLR als auch Bridge, System- und Astrokameras fast aller Hersteller anschliessbar.

In der Abbildung rechts ist die Kamera am hinteren Ende des BFM II montiert, damit das Licht vom Teleskop geradelinig und ungespiegelt einfallen kann, wenn der Klappspiegel „hochgeklappt“ ist. Wenn der Klappspiegel „heruntergeklappt“ ist, wird das Licht vom Teleskop statt zur Kamera ins Okular gelenkt. Mit einer Vielzahl von T-2 Hülsen und Adaptern kann das Okular in denselben Abstand wie die Kamera gebracht werden, damit das Bild sowohl in der Kamera als auch im Okular scharf ist. Das heißt man kann das Okular nutzen, um das Objekt für die Kamera mittig einzustellen und für die Bildaufnahme (vor-)fokussieren.

FlipMirror II mit Off Axis Guider (in diesem Beispiel ohne zwischengeschaltenen UFC-Filterschieber)

Das Baader UFC-System kann vor oder hinter dem BFM II adaptiert werden, je nach Ihren Anforderungen

Nutzung mit Off-Axis-Guider

Am unteren Ende des BFM II lässt sich ein Off Axis Guider anbringen (z.B. Off Axis Guider für Baader FlipMirror II (BFM-OAG) (#2956951, € 98,-) ). Von dem BFM-OAG ragt ein kleines Prisma in den FlipMirror II, welches sich unterhalb des Klappspiegels befindet. Das Prisma leitet einen kleinen, von der Kamera nicht erfassten Teil des Gesichtsfeldes des Teleskops in eine optionale Guidingkamera weiter –  unabhängig davon ob der Spiegel hoch- oder heruntergeklappt ist.

So lässt sich an jedem Teleskop der Baader FlipMirror II Zenitspiegel (#2458055, € 195,-) für Off Axis Autoguiding einsetzen. Das funktionert auch, wenn man mit Schmalbandfiltern arbeiten möchte, deren Bild normalerweise zu dunkel für Autoguiding ist. Aber durch die flexiblen Anschlussmöglichkeiten sowohl des FlipMirror II, als auch des Baader UFC-Systems, können Filter erst nach dem FlipMirror II, also direkt vor der Kamera und nicht vor dem Autoguider montiert werden.

Mit dem FlipMirror II als Multifunktionstool können Sie also viele Funktionen und Anschlüsse gleichzeitig herstellen und sparen sich dabei ein Leitrohr sowie ein oftmaliges Wechseln von Kamera und Okular. Praktischer geht es nicht!

Coming Soon: Planetenfotografie mit dem FlipMirror II


Über den Autor

Michael Risch

Seit seinem 6. Lebensjahr interessiert sich Michael Risch für Astronomie, 1981 wurde er Mitglied im Verein der Amateurastrononen des Saarlandes. Dort hat er als Vorstandsmitglied den Aufbau der Sternwarte Peterberg begleitet. Als Mitbegründer und erster Webmaster von www.astronomie.de hat er viele Ideen zum ersten deutschen Astronomieportal beigesteuert und als lanjähriger wissenschaftlicher Lektor viele "Nordlicht und Sterne" Reisen in den Polarkreis geleitet. Astronomisch hat er sich mit Planeten- und Kometen, Sonne, Deep Sky- sowie TWAN-Style Fotografie befasst, auch auf vielen Fernreisen u.a. zu 7 totalen Sonnenfinsternissen. Michael hat viele eigene Fotos und Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht und mit seinem Kollegen Martin Rietze für "Color Foto" Kapitel für die Bücher Fotoschule und Extremfotografie verfasst.

Bei Baader-Planetarium ist er im Sternwarten-Projektteam und wird unter anderem im Rahmen der Celestron Distribution im In- und Ausland für Vorträge gebucht. Ferner ist er Fachberater für High End Montierungen, Teleskope und vieles mehr.

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