Beobachtungshinweis: Jupiter verändert sich

Schon seit einigen Monaten beobachten Wissenschaftler, dass sich der Große Rote Fleck (GRF) auf dem Jupiter in ungewohnter Weise verändert. Auf nachfolgendem Foto vom 22.2.2019 – aufgenommen von der US Raumsonde JUNO, die zur Zeit den Jupiter umkreist – sieht man, dass der GRF seit Februar regelrecht "ausfließt".

 

Diese Entwicklung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sie auch einfach von Amateuren auf der Erde verfolgt werden kann. Unser Kunde Clyde Foster aus Südafrika hat uns diese Fotos zur Verfügung gestellt, aufgenommen mit Celestron Edge HD 14 und Baader LRGB Filtern. Das rote Material fliesst in einem Bogen aus dem Fleck, der eigentlich ein Sturmgebiet ist.

Der Große Rote Fleck ist ein Hochdruckgebiet, der größte Sturm im Sonnensystem, der schon mindestens 350 Jahre existiert. Veränderungen am GRF sind nichts Neues. Er ist im Laufe der Jahrhunderte deutlich geschrumpft (von dreifacher Erdgröße auf Erdgröße), gelegentlich wird er sogar "blass" orange. Allerdings hat man noch nie ein derartiges Verhalten gesehen und kann daher nicht voraussagen was noch passiert.

Kalibrierte Aufnahmen mit C11 XTL f/10 OTA und Baader IR-Passfilter und RGB-Filter (Danke an Giovanni Quarra & Maurizio Caponera).

Jupiter mit Baader FilterJupiter mit C11 XTL und Baader Filter


Tipps zur Beobachtung und Fotografie

Schon mit relativ kleinen Teleskopen (ab ca. 114mm Öffnung, AstroMaster 114EQ Teleskop (#822020, € 229,-) ) und Vergrößerungen um 200-250-fache sollte zumindest der Fleck und sein neuer, wie eine Augenbraue aussehender "Rand", visuell und fotografisch zu erfassen sein. Für mehr Details u.a. des "Auslaufens" braucht es dann Teleskope ab ca. 200mm Öffnung (C8). Unser Neodymium Mond- und Skyglow Filter ist eine große Hilfe bei der Beobachtung weil er rote Farbtöne verstärkt. Der Fleck "springt" einem dann ins Auge.

Baader FlipMirror II

Coming Soon: Baader FlipMirror II Zenitspiegel (#2458055, € 195,-)

Wenn man gerne beobachtet und gleichzeitig auch fotografieren möchte, erspart einem unser neuer "Baader FlipMirror II" (ab Anfang Juli erhältlich) nicht nur das ständige wechseln von Okular und Kamera, sondern hilft auch den Planeten genau auf die Kamera zu zentrieren.

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Über den Autor

Michael Risch

Seit seinem 6. Lebensjahr interessiert sich Michael Risch für Astronomie, 1981 wurde er Mitglied im Verein der Amateurastrononen des Saarlandes. Dort hat er als Vorstandsmitglied den Aufbau der Sternwarte Peterberg begleitet. Als Mitbegründer und erster Webmaster von www.astronomie.de hat er viele Ideen zum ersten deutschen Astronomieportal beigesteuert und als lanjähriger wissenschaftlicher Lektor viele "Nordlicht und Sterne" Reisen in den Polarkreis geleitet. Astronomisch hat er sich mit Planeten- und Kometen, Sonne, Deep Sky- sowie TWAN-Style Fotografie befasst, auch auf vielen Fernreisen u.a. zu 7 totalen Sonnenfinsternissen. Michael hat viele eigene Fotos und Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht und mit seinem Kollegen Martin Rietze für "Color Foto" Kapitel für die Bücher Fotoschule und Extremfotografie verfasst.

Bei Baader-Planetarium ist er im Sternwarten-Projektteam und wird unter anderem im Rahmen der Celestron Distribution im In- und Ausland für Vorträge gebucht. Ferner ist er Fachberater für High End Montierungen, Teleskope und vieles mehr.

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