Astrofotografie mit einem azimutalen montierten Schmidt-Cassegrain – welches Equipment ist dafür notwendig?

Folgende Fragen haben wir von einem Kunden erhalten und möchten diese hiermit ausführlich und beantworten um auch anderen Kunden zu helfen:

Ich habe seit einigen Jahren ein azimutal montiertes Schmidt-Cassegrain. Bis jetzt habe ich nur beobachtet und hin und wieder mal versucht ein Bild zu machen. Ich will aber nun mit der Astro-Photographie anfangen. Wichtig ist mir eine einfache Bedienung, und dass ich nicht jedes mal erst eine Stunde alles neu einstellen muss.
Könnt ihr mir ein paar sinnvolle und passende Sachen für mein Teleskop vorschlagen?! Es wäre schön wenn aus jeder Preisstufe etwas dabei ist, wichtig für mich ist: „Einmal richtig und sinnvoll kaufen ist besser als zweimal zu billig, denn das wird teurer“.

ANTWORT:

Ein azimutal montiertes Schmidt-Cassegrain (SE, Evo, CPC) ist ein wunderbares Gerät für die Fotografie - allerdings dank der azimutalen Montierung in erster Linie für die Planetenfotografie. Mit einer modernen Farbkamera wie den Celestron NexImage oder den QHY 5-III-Kameras haben Sie eine gute Basis, um rasch ansehnliche Ergebnisse erzielen; besonders interessant ist das QHY 5-III-462C Foto-Bundle (VIS/NIR) mit Baader FlipMirror II #1931026F, mit dem Sie rasch zwischen Okular und Kamera umschalten können. Der FlipMiror ist perfekt, um den Planeten trotz der hohen Brennweite auf dem kleinen Kamerasensor zu zentrieren. Sollte das Teleskop beim Fokussieren wackeln, empfehlen wir noch den Celestron Fokussiermotor. So können Sie bequem am Laptop Teleskop und Motorfokussierer über CPWI und die Kamera über ihre eigene Software steuern.

Deep-Sky-Fotografie ist eine ganz andere Sache und leider nicht schnell und einfach möglich. Sie benötigen auf jeden Fall die CPC Heavy Duty Wedge (HD Pro) (#820962, € 569,-) bzw. für NexStar SE und Evolution die Polhöhenwiege NexStar Evo/SE (#820953, € 439,-) , dazu eine Autoguiderkamera plus Leitrohr oder Off-Axis-Guider. Außerdem muss die Montierung zwingend exakt eingenordet werden. Bis alles läuft, vergeht einige Zeit. Bitte entschuldigen Sie die offenen, harten Worte: Wenn Sie schnell astrofotografische Ergebnisse erzielen wollen, sollten Sie sich entweder auf die Planeten konzentrieren, oder einen kleinen StarTracker mit einem Weitwinkelobjektiv verwenden, erst einmal ohne Teleskop. Wenn Sie wirklich viel Zeit beim Aufbau sparen wollen, hilft eigentlich nur, das Teleskop fest aufgebaut auf einer Säule stehen zu lassen.


Wir können Ihnen leider nicht in Kürze einen oder mehrere Setups empfehlen, um das CPC 925 zu einem Rundum-Sorglos-Paket für die Deep-Sky-Astrofotografie zu machen, dafür hat die Sache zu viele Details, auf die geachtet werden muss. Es ist möglich, aber mit einer parallaktischen Montierung und einem anderen Teleskop hätten Sie es offen gesagt deutlich einfacher. Visuelle Beobachtung und Fotografie stellen sehr unterschiedliche Anforderungen.

Bitte entschuldigen Sie, dass wir hier daher kein Komplettset zusammenstellen können, auch da wir nicht alle Firmen führen. Daher verweisen wir gerne an unserer Händler, die mehrere Marken im Angebot haben und auch auf die Endkundenberatung ausgelegt sind – ggf. mit einem Ausstellungsraum vor Ort. Darüber hinaus finden immer wieder Messen und Teleskoptreffen statt, an denen man sich mit anderen Sternfreunden austauschen kann. Auch die Sternfreunde, die an den zahlreichen Volkssternwarten tätig sind, geben gerne ihre Efahrungen weiter.

Auch wenn Sie ein Teleskop hätten, das optimal für die Astrofotografie ausgelegt ist, gibt es eine deutliche Lernkurve, bis alles so läuft, wie man es gerne hätte. Und eine große Brennweite verzeiht weniger Fehler. Der Schwerpunkt beim azimutalen CPC, SE und Evolution ist aufgrund der Montierung die visuelle Beobachtung; die parallaktischen Montierungen (AVX, CGEM (II), CGX und CGX-L) sind im Gegensatz dazu für die Fotografie ausgelegt, da es bei ihnen bauartbedingt keine Bildfelddrehung gibt, die bei azimutalen Montierungen durch die zusätzliche Polhöhenwiege ausgeglichen werden muss.

Über die Astrofotografie wurden aus gutem Grund schon Bücher geschrieben, das Thema ist sehr komplex. Da Sie noch am Anfang stehen, würde ich Ihnen zwei Bücher aus dem dpunkt-Verlag empfehlen:

  1. Astrofotografie für Einsteiger von Alexander Kerste und
  2. Astrofotografie von Therry Legault

Daher können wir kein Rundum-Sorglos-Komplettpaket für sie Astrofotografie anbieten – die individuellen Wünsche, Ziele und Bedingungen sind zu verschieden.

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