Amateurastronomie - von Apollo-Zeiten zu modernster Technik mit 10Micron

 

Alte Einsteiger-Teleskope (Quelle Katalog)

Wer älter ist als 50 Jahre und schon als Kind Interesse an der Astronomie hatte, kann sich noch gut erinnern: Zu der Zeit gab es noch keinen so üppigen "Astro-Markt" wie heute, mit unzähligen Herstellern und Händlern. Nicht nur mangels Internet, sondern auch mangels Produkten. Kleinere Teleskope waren noch sehr exklusiv, es gab nur wenige Hersteller. Es ist sicher kein Zufall, dass die erste Runde der "Massenproduktion" in Japan kurz nach der Apollo-Mission gestartet wurde. In den frühen 80er Jahren bot das "Quelle" Versandhaus den berühmten blauen 60mm Refraktor mit Klappsucher, sowie einen 114mm Newton aus japanischer Produktion an, beide versehen mit der Hausmarke "Revue". Bei Optikern standen dieselben Teleskope unter anderen Markennamen im Schaufenster. Es waren gute bis sehr gute Optiken – aber leider sehr wackelige Montierungen. Viele heutige Hobbyastronomen haben dennoch ihre Karriere mit einem dieser Teleskope gestartet. Es gab zumindest im Westen keine anderen Einsteigeroptiken – während im Osten, wo die Astronomie auf dem Stundenplan stand, der Zeiss Telementor als Schulfernrohr verbreitet war.

Werbung für Celestron C8 mit Leonard Nimoy im Magazin "Sky and Telescope" aus dem Jahr 1982

Größere Teleskope als 114mm waren für den "Otto-Normalverdiener" fast unerschwinglich, eine mittlere Preisklasse gab es nicht. Die wichtigsten Hersteller von teuren Teleskopen in Europa waren die Firmen Zeiss, Wachter und Lichtenknecker, die dazu teils sehr schwere und ausreichend exakte Montierungen bauten. Doch das war eher etwas für den wohlhabenden und sehr ambitionierten Hobbyisten und öffentliche Sternwarten. Etwa zur gleichen Zeit schwappten die ersten orangefarbenen Celestron C8 in Gabelmontierung über den großen Teich. Sie wurden im Astroverein bewundert als selten und ungewöhnlich. Generell war der Astromarkt in den USA vielfältiger. Beim Blick in eine der wenigen, damals in Sternwarten und Vereinen zirkulierenden „Sky & Telescope“ Ausgaben, wurde man sehr neidisch.

Das Gute an dieser Marktlage in Europa war, dass einem zu dieser Zeit als normal situiertem Amateur fast nichts anderes übrig blieb, als das Wissen und die Fertigkeiten zu erlangen um Geräte selbst zu bauen oder gekauftes zu verbessern. Deshalb waren die Treffen der vielen, damals in Folge der Apollo Euphorie entstandenen, Astronomievereine Schauplatz eines regen Austauschs, Wer damals die Grundlagen der Technik hinter der astronomischen Beobachtung gelernt hat, der zehrt heute noch davon. Dauerthemen in den Vereinen waren z.B. Optiken schleifen, fotografischen Film selbst zu entwickeln und  den mechanischen Unterbau für Teleskope zu bauen. Denn gerade die Montierung ist ein wichtiger Teil der Amateurastronomie. Jedes Teleskop kann vor allem fotografisch nur dann seine volle Leistung entfalten, wenn es stabil steht und sehr exakt positioniert und nachgeführt wird. ("jede Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied").

Das 5m Hale Teleskop war von den 1950er bis Ende der 1970er Jahre das größte Teleskop der Welt (© Palomar Observatory/California Institute of Technology)

Ein Vorreiter bei Montierungen war sicherlich die japanische Firma Vixen, welche ebenso erschwingliche wie gute parallaktische Montierungen aus Massenfertigung in den 80er Jahren nach Europa brachte. Als das Hobby Astronomie in den 70er und 80er Jahren – inspiriert durch die Apollo-Missionen – seinen Höheflug begann, war die GOTO Elektronik allerdings noch lange nicht erfunden. Und so verbrachten die Amateurastronomen die meiste Zeit in den wertvollen klaren Nächten mit dem Suchen nach Himmelsobjekten anhand von Sternkarten. Lehrreich, aber langwierig. Die Teleskop-Montierungen hatten entweder keinen oder nur einen Motor in der Rektaszension, der nur eines konnte: mit einer Umdrehung pro Tag vor sich hin tuckern. Elektronische Steuerungen zum automatischen Anfahren von Himmelsobjekten waren den größten Teleskopen der Welt vorbehalten. Gerade beim Vergleich der Elektro- und Computertechnik wird einem bewusst, wie schnell sich alles weiterentwickelt hat. Die Apollo Astronauten hatten auf ihrer unglaublichen Reise eine Elektronik an Bord die heute lächerlich anmutet. Der AGC (Apollo Guidance Computer) wurde Anfang der 60er Jahre am MIT entwickelt. Er hatte 36kb Speicher davon war in 32kb ROM das Programm abgelegt, der Rest war RAM. Die Datenverarbeitung lief mit 1Mhz - und die Maschine wog sagenhafte 32kg. Moderne Smartphone Modelle (Gewicht unter 200g) haben die mehrtausendfache Geschwindigkeit und einen Speicher der mehr als zwei Millionen mal so viele Daten speichert wie es die Apollo konnte.

Von Apollo zu 10Micron - Printanzeige (erscheint in SUW, Astronomie - das Magazin, VDS)

Ein Apollo Astronaut hätte sich also ebenso wie ein Amateurastronom in den 80er Jahren nur verwundert die Augen gerieben, wenn man ihm damals eine 10Micron Montierung gezeigt hätte. Mit ihren Servomotoren ist eine 10Micron Montierung schnell und exakt genug, um der ISS zu folgen oder Mondkrater einzeln anzufahren – um sie nur Sekunden später in höchster Vergrößerung zu beobachten.

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Richtet man die Montierung mit einem 3-Sterne Alignment ein und mappt danach 11 weitere Referenzsterne, kann man viele Minuten lang belichten – ohne die Montierung per manuellem oder automatischem Guiding auf dem Objekt zu halten. Die Präzision des Antriebs ist enorm, mit Abweichungen beim Lauf von nur maximal 0,5 Bogensekunden (zum Vergleich: Jupiter hat grob 40 Bogensekunden Durchmesser am irdischen Himmel).

Jede 10micron Montierung benötigt für all Ihre Funktionen bis hin zum Satellitentracking keinen angeschlossenen Computer, alles wird in der Montierungselektronik kalkuliert und über den Handcontroller angesteuert. Um es etwas salopp auszudrücken, diese Montierung "weiß" das sie eine astronomische Montierung ist und kein modifizerter Roboter wie es sie z.B. in der Fahrzeugmontage gibt. Sie hat sogar eine Art "Gefühl"; durch die eingebauten Encoder kennt sie jederzeit ihre Positionierung, man kann die Achsen mit der Hand verstellen und sieht dennoch jederzeit im Display auf welche Koordinaten das Teleskop exakt zeigt. Eine solche Montierung verbindet mit ihrer mechanischen Qualität und der Computertechnik die alte und die neue Zeit und kann für jeden, der die Apollo-Zeiten mitbekommen hat, das Ende einer langen Reise darstellen.

Die moderne Technik hätte zu Apollo Zeiten wie ein Auto im Mittelalter gewirkt – wie Zauberei. Dennoch hat auch der Entwicklungsweg hin zu einer 10Micron Montierung eigentlich schon vor 50 Jahren begonnen, als das Interesse an der Astronomie in der breiten Öffentlichkeit erwachte.

Wir haben den Apollo Astronauten und Technikern sehr viel zu verdanken, denn das Programm hat unzählige Menschen weltweit inspiriert sich mit Naturwissenschaften zu befassen und die notwendige Technik für Hobby und Forschung zu entwickeln. Schaut man sich heute alte Fotos von z.B. dem Mt. Palomar 5m Spiegelteleskop aus den 70er Jahren an, und vergleicht sie mit den wesentlich besseren Fotos welche die Amateure mittlerweile mit Celestron, TEC und Planewave Teleskopen auf 10Micron Montierungen gewinnen, dann wird einem das erst so richtig bewusst. Wer weiß wie es weiter geht, welche Sprünge die Technik und das Interesse an der Astronomie machen werden wenn die Menschheit zum nächsten Ziel im Weltraum, dem Mars, aufbricht.

Ein ikonisches Astrofoto von 1959 – der Orionnebel in Farbe. Gewonnen mit Mt. Palomar Hale Teleskop 5m Spiegel. (Baukosten damals ca $6Mio, wären heute etwa $40 Mio) © Palomar Observatory/California Institute of Technology

Dasselbe Objekt von einem Amateur mit moderner Ausrüstung aufgenommen: Celestron Edge HD 14 Teleskop, 10micron GM 2000 HPS Montierung, SBIG STXL 11002 Kamera. Gesamtkosten der Ausrüstung ca. 30.000 EUR © Christoph Kaltseis

Celestron C14 EdgeHD auf 10Micron GM 2000 HPS Montierung. © Christoph Kaltseis


 

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www.10micron.de

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