Nebelfilter und L-RGB Filter - Reflexion vermeiden

unmounted-filters-arrowRolf Dietrich untersuchte mehrere Baader Schmalbandfilter und L-RGB Filter darauf, welche Störungen - als Halo oder Reflexion - auftreten können, wenn die Ausrichtung der Linienfilter und Filterschublade variiert. Zudem prüfte er, ob die Reflexionen bei geschwärztem Filterrand gleichermaßen sichtbar sind.

Wichtiger Hinweis: Bei allen ungefassten Filtern, bei denen die Richtung des Filters relevant ist, ist auf der Seite ein kleiner Pfeil angebracht, welcher die Einbaurichtung des Filters angibt. Der Pfeil muss Richtung Optik / Himmel zeigen.
Alle gefassten Filter sind bereits in der richtigen Position, so dass die korrekte Filterseite Richtung Optik zeigt, wenn der Filter direkt in eine 2" oder 1¼" Steckhülse mit Filtergewinde eingebaut wird.

Der Versuchsaufbau für die Schmalbandfilter sah wie folgt aus:

Nebelfilter Test mit Schwärzung der Ränder

Image-Train an APO 480mm / f6:

ATIK383 Monochromkamera (17,5mm Auflagemaß) mit direkt angeschraubter T2-a / T2-i 10mm Filterschublade
(je nach Ausrichtung der Schublade ergibt sich ein Chip - Filterabstand von ca. 19mm bzw. 21mm)
+ Teleskopanschluss mit T2-a / M48-i Adapter und mit 2 Zoll Abstandshülsen zum Flattener.

Reflexion in H-Alpha Schmalbandfilter H-Alpha ungeschwärzt, Seite A und Pfeil zur Optik - Die Kanten des Filters liegen frei zur Optik, Reflexionen können entstehen

Die Flatbilder sind unter identischen Bedingungen - durch Aufnahme eines mit diffusem (ungleichmäßig) Licht beleuchteten, weißen Kartons - im Abstand von ca. 20cm zu der Optik (auf unendlich fokussiert) fotografiert.

Das Schwärzen der Filterränder erfolgte mit einem schwarzen EDDING-Marker. Das ist sicherlich nicht optimal, da das Schwarz leicht transparent ist und außerdem etwas glänzt.

Die Reflexe treten bei Fotoobjektiven, Refraktoren und Reflektoren gleichermaßen auf. Auf der Seite "A" der Filterschublade sind die Ränder der Filter im Gegensatz zur Seite "B" nicht abgedeckt. Zeigt die A-Seite Richtung Optik/Himmel, treten bei ungeschwärzten 36mm Schmalbandfiltern starke Reflexe auf. Die Umrisse des CCD-Chips werden auf dem Bild sichtbar.

H-Alpha Filter Aufnahme Filterrand ungeschwärzt H-Alpha ungeschwärzt, Seite B zur Optik, Pfeil zur Kamera - Obwohl der Filter falsch herum im Strahlengang ist, werden Reflexionen an den nun abgedeckten Filterkanten verhindert

Die Reflexe treten bei den 2-Zoll-Filtern nicht auf, unabhängig vom Abstand und der Ausrichtung von Schublade oder Filter! Das hängt wohl damit zusammen, dass die Filterränder, bedingt durch den T2-Engpass, kein Licht mehr abkriegen.

H-Alpha 36mm Filter A Seite zur Optik, Pfeil nicht sichtbar 36mm H-Alpha geschwärzt mit Edding, Seite A zur Optik - auch hier liegen die Kanten des Filters frei

Von einem Astrofreund habe ich erfahren, dass zumindest bei manchen Filterrädern die Filter so angeordnet sind, dass die Filterränder von vorn - also von der Objektivseite her einsehbar sind. Sie liegen also auch "falsch herum", man hat hier gar keine andere Möglichkeit, wenn die CCD-Kamera einen speziellen Anschluß hat, und das passende Filterrad auf der einen Seite mit genau dem hierzu passenden Gegenanschluß versehen ist (z.B. FLI). Man kann das Filterrad also nicht einfach umdrehen....

...Da die transparente Eddingschwärze offensichtlich nicht das gesamte Spektrum "abdichtet", habe ich (nach Entfernen der Eddingfarbe) den Filterrand des Ha-Filters mit pigmentierter Schultafelfarbe geschwärzt.
Erwartungsgemäß waren jetzt - unabhängig von der Ausrichtung von Schublade oder Filter - keine Reflexe mehr erkennbar.

Einführung in die Funktion von Schmalbandfiltern


Narrowband / Nebelfilter und LRGB Filter Test

Im Test waren folgende Nebelfilter und L-RGB Filter

Baader 36mm Schmalbandfilter

H-alpha / O III / S II

Baader 2 Zoll Schmalbandfilter

H-alpha (HWB 35nm) / H-Beta / O III / S II und
H-alpha CCD-Linienfilter (7nm)

Baader 36mm L-RGB Filter

L-RGB CCD-Filtersatz 1¼


In einem weiteren Versuch habe ich mit ungeschwärzten Filtern zwischen Kamera und Filterschublade eine 10mm T2-Verlängerung geschraubt. Dadurch verbesserte sich die Situation bei den Anordnungen 1., 2. und 9. deutlich. Die Reflexe waren jedoch noch leicht sichtbar.
Der Chip - Filterabstand bei der ATIK, mit ihrem sehr kurzen Auflagemaß, plus der Filterschublade, ist wesentlich kleiner, als bei Verwendung von Filterrädern.
Durch den größeren Abstand (mit einem Filterrad) wird – wie schon angeführt – die Reflexneigung erheblich reduziert und ist dann wohl in der Praxis (mit Flatabzug) nicht mehr störend.

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