Baader Optical Wonder – ein optisches Wunder

optical-wonderAus dem fernen Namibia bekamen wir folgende - unglaublichen Bilder - und den zugehörigen Text zur Verfügung gestellt, den wir unseren Kunden nicht vorenthalten wollen.

Sehr geehrtes Baader Team,

seit einiger Zeit besitzt die Onjala Lodge ein Teleskop, welches vor mehr als 14 Jahren von Baader Planetarium an die Gästelodge Rooisand Desert Ranch geliefert wurde. Wir konnten das komplette Gerät Ende 2012 kaufen und im Frühjahr 2013 war es in einer 4 Meter Kuppel wieder aufgestellt. Es besteht hauptsächlich aus einem 150mm Zeiss APQ Refraktor, parallel dazu ist ein Standard Celestron C14 montiert. Die tragende Montierung ist eine Astro Physics GTO 1200.

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Die Onjala Lodge (unten abgebildet die Lodgegebäude und links die 4m Kuppel. Die kleinere 3m Kuppel dahinter wird privat betrieben) ist eine typische namibische Gästelodge (aber eben mit besonderen Angeboten) und liegt ca. 80 km östlich von Windhoek. Das Teleskop wird hauptsächlich in etwa 90 minütigen Abendveranstaltungen für unsere Gäste eingesetzt. Von Zeit zu Zeit wird es aber auch von erfahrenen Sternfreunden für eigene Beobachtungen benutzt.
Am Ende unserer Saison im Herbst 2013 - kurz vor Beginn der Regenzeit - wurden die Beobachtungsabende eingestellt, wobei leider vergessen wurde die Schmidtplatte mit dem Staubschutzdeckel zu verschließen.

 

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c14-vor-gross Gesamtansicht der stark verschmutzten Schmidtplatte

Kurz vor der Wiederaufnahme der Beobachtungsabende im Frühjahr 2014 zeigte sich die Schmidtplatte in einem extrem verschmutzen Zustand, weil die Kuppel eines Fremdanbieters eben doch nicht komplett dicht ist. Staubstürme und Insekten trugen dazu bei.

Die Schmidtplatte wurde deshalb einer intensiven Reinigung unterzogen - auf Anraten von Amateuastronomen - mit Ihrer Optical Wonder Reinigungsflüssigkeit.

Die nachfolgenden Bilder zeigen ein Blatt Küchenpapier nach der ersten groben Reinigung, sowie die SC Platte nach Abschluss der Reinigungsarbeiten.

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Das Ergebnis dieser Reinigungsaktion war so gut, dass die SC Platte optisch einen völlig neuwertigen Eindruck machte. Um zu überprüfen, ob die Oberfläche wirklich völlig schlieren- und belagsfrei ist, wurden von anwesenden Amateurastronomen tagsüber einige Mondaufnahmen mit einer Celestron SkyRis Kamera aufgenommen, die wir Ihnen gerne zeigen möchten.


Da die Rohavis bei einer Sonnenhöhe von über 40 Grad über dem Horizont aufgenommen wurden (zwischen 10 und 11 Uhr Ortszeit), kam zusätzlich ein Baader IR Passfilter im Strahlengang zum Einsatz.

kop+reinhold-14-04-23 08-41-17_ut-+textDas Bild links zeigt den großen Krater Kopernikus und rechts daneben die vulkanischen Hortensius Dome H1 bis H6. Diese haben Durchmesser von 7.6 bis 12.5km, die Gipfelkrater zwischen 1- und 2km. Die Höhen betragen dagegen allerdings nur 190 bis 390m.
Die Dome sind auf diesem Bild deutlich und klar erkennbar. Hätte die Schmidtplatte irgendwelche Rückstande nach der Reinigung, würden sie Streulicht erzeugen und die flachen Domhügel H1 bis H6 würden mit Sicherheit im Streulicht "untergehen" !

Auf die Idee, Mondbilder bei hoch stehender Sonne aufzunehmen, muss man erst einmal kommen. Sie kam spontan um das Ergebniss der Reinigung der SC-Platte zu prüfen. Aber Dank der Stacking-Technik und bei einem klaren, blauen Tageshimmel ist der Kontrast auf der Mondoberfläche sogar bei hochstehender Sonne noch so gut, dass diese Referenzbilder möglich waren, die ganz klar zeigen was eine gute - saubere - Optik mit der richtigen Filterung leisten kann, wie die folgenden Testbilder eindrücklich beweisen.

Die folgenden Bilder zeigen Beispiele, ebenfalls bei hochstehender Sonne und unmittelbar nach der Reinigung der Schmidtplatte mit Optical Wonder aufgenommen.

Aufnahmedaten aller Bilder: Celestron SkyRis Kamera 445 M, Onjala C14 fokal und Baader IR-Passfilter. Stacking jeweils 144/1.200 frames mit AviStack 1.8. Fertiges Bild mit Photoshop CS2. Bilder © 2014 by W.Paech + F. Hofmann.
Objekte von links nach rechts: Kepler und Encke, Bullialdus, Lacus Tomoris und Hainzel und rechts außen - dank günstiger Librationsbedingungen zwei schwierig zu beobachtende Krater Bailly und Hausen (Mondrand).

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Wir denken, die Tageslichtbilder des Mondes sprechen für sich. So ist dank Optical Wonder das Onjala C14 optisch wieder in einem hervorragenden Zustand. Wir werden unser Glück jedoch nicht noch einmal herausfordern und das C14 sicher am Ende der diesjährigen Saison 2014 sorgfältig abdecken.

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